Südafrika: Drehscheibe für blinde Passagiere
15.05.08Südafrika hat sich nach Medienberichten in den vergangenen zehn Jahren zur weltweit wichtigsten Drehscheibe für blinde Passagiere entwickelt. Der Schifffahrtsindustrie sollen durch die illegalen Reisenden rund um den Globus Kosten von 20 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro) pro Jahr entstehen. Unter Berufung auf den UK P&I Club - der für die Versicherungen der Reedereien die Kosten der Heimführung der unerbetenen Gäste an Bord von Schiffen reguliert - schreibt die in Durban erscheinende Zeitung «The Mercury» (Mittwoch): «Der Club hat Südafrika als das Land ausgemacht, das mehr illegale Passagiere hat als jeder andere Staat.»
In den vergangenen zehn Jahren habe das Phänomen weltweit um 100 Prozent zugenommen. Besonders betroffen sei das südafrikanische Durban mit dem bedeutendsten Hafen des Kontinents. Auf mindestens zehn Prozent aller untersuchten Schiffe im Hafen würden blinde Passagiere gefunden. Die meisten kämen aus Ostafrika und hofften auf Arbeit in Europa oder in den USA, um ihren Familien zu Hause ein besseres Leben zu ermöglichen.

