Boykott-Aufruf gegen Waffenfrachter
22.04.08
In Afrika wächst der Widerstand gegen den mit Kriegsgut für Simbabwe beladenen chinesischen Frachter «An Yue Jiang». Der internationale Verband der Transportarbeiter ITF hat nach Informationen der südafrikanischen Zeitung «The Mercury» (Montag) Hafenarbeiter überall auf dem Kontinent zu einem Boykott des Schiffes aufgerufen. Sie sollten die Ladung von 77 Tonnen Waffen und Munition auf dem Frachter nicht löschen. Das Schiff befand sich am Montag vermutlich auf dem Weg in Angolas Hauptstadt Luanda, um dort das Kriegsgut für Simbabwe zu löschen. Zuletzt wurde der Frachter am Sonntagabend vor dem südafrikanischen Kap St. Francis gesichtet.
Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften hatten am Wochenende erneut davor gewarnt, die Waffen nach Simbabwe gelangen zu lassen. Dort mehren sich seit den umstrittenen Wahlen vor mehr als drei Wochen Berichte über blutige Übergriffe gegen die Opposition.
Der chinesische Frachter war zunächst im südafrikanischen Hafen Durban vor Anker gegangen. Der anglikanische Bischof Rubin Phillip hatte dann vor Gericht ein Transitverbot für die Waffenladung erzwungen. In einem Appell forderte er seine Glaubensbrüder auch in Angola auf, ein Anlegen des Frachters im Hafen von Luanda unter allen Umständen zu verhindern.

