Frankreich will Aker-Chantiers teilverstaatlichen
Freitag, 13. Juni 2008
Frankreich will die Aker-Werft Chantiers de l'Atlantique (Saint-Nazaire) überraschend teilverstaatlichen und ist dazu ein Schiffbaubündnis mit der koreanischen Werftgruppe STX eingegangen. Die französische Werft hat unter anderem die Kreuzfahrtschiffe «France» und «Queen Mary 2» gebaut. Wenn der Aker- Verwaltungsrat zustimme, werde Paris mit neun Prozent bei den Chantiers einsteigen, erklärte der Pariser Élyséepalast. Gemeinsam mit den von Alstom gehaltenen 25 Prozent sichere dies Frankreich eine Sperrminorität. STX verpflichte sich, Frankreichs Interesse am Erhalt der zum Bau von Flugzeugträgern geeigneten Werft zu achten.
Die strukturell defizitäre Werft gehörte einst Alstom, musste aber
2006 im Rahmen eines milliardenschweren Sanierungsprogramms verkauft werden. Die norwegische Aker Yards übernahm 75 Prozent der Anteile.
Alstom blieb mit 25 Prozent im Boot und versprach, 2010 seinen Restanteil an Aker abzugeben. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. STX sagte zu, dass der Staat 2010 die 25 Prozent Anteile von Alstom SA übernehmen kann, deren Hauptaktionäre die Bouygues-Gruppe und der Staat sind.
STX war im Oktober 2007 mit 39,2 Prozent bei Aker Yards eingestiegen. Aker ist einer von weltweit drei großen Anbietern von Kreuzfahrtschiffen und die Koreaner wollen diesen Markt erobern.
Aker Yards reagierte überrascht auf die Nachricht. «STX hat keine Aktien in Aker Yards France. Aker Yards hält 75 Prozent und Alstom die übrigen 25 Prozent», sagte ein Konzernsprecher der Pariser Finanzzeitung «La Tribune». Die Chantiers de l'Atlantique haben 3000 Mitarbeiter.

