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Hapag-Lloyd-Betriebsrat für Hamburger Lösung

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Donnerstag, 31. Juli 2008

Im Poker um den geplanten Verkauf der Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd hat sich der Betriebsrat am Mittwoch für einen Verkauf an das Hamburger Bieterkonsortium ausgesprochen. «Unser Ziel ist, dass Hapag-Lloyd hierbleibt und eigenständig wird», sagte der Betriebsratsvorsitzende Uwe Klein der Deutschen Presse- Agentur dpa in Hamburg. Dies sei mit dem Verkauf der TUI-Tochter an das Konsortium Hamburger Unternehmer gewährleistet. Dieses wird auch vom Hamburger Senat mit einem dreistelligen Millionenbetrag unterstützt.
Bisher haben mit der Hamburger Gruppe und der Logistik- und Schifffahrtsgruppe Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur zwei Bieter öffentlich mitgeteilt, dass sie ein Angebot für die TUI- Schifffahrtssparte abgegeben haben. Ob diese über dem Buchwert von gut 3,5 Milliarden Euro liegen, ist unbekannt.
Etwa 300 Mitarbeiter demonstrierten am Mittwoch im Stadtzentrum gegen einen Verkauf ins Ausland. Ihr Motto lautete: «Hapag-Lloyd - es geht um die Wurst». Die Belegschaft befürchtet, dass Hamburg seinen Status als Firmensitz verliert und es zu einem Arbeitsplatzabbau kommt. «Die Stimmung ist gedämpft, weil das Warten nervt», sagte Klein. Bis spätestens zur Aufsichtsratssitzung am 11. August hofften die Mitarbeiter, dass eine Entscheidung getroffen werde.
Mit dem klaren Bekenntnis zu dem Hamburger Konsortium, das von dem früheren Hamburger Finanzsenator Wolfgang Peiner und dem Privatbanker Christian Olearius koordiniert wird und zu dem auch der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne gehört, sprach sich der Betriebsratsvorsitzende auch für eine Trennung von dem Hannoveraner TUI-Konzern aus.
Zuletzt war auch spekuliert worden, dass die Reederei eventuell doch nicht verkauft werden könnte, da sich die Kaufangebote zum Teil unter dem Buchwert des Unternehmens bewegen sollen. Nach Angaben der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Mittwoch) könnten die Offerten bei
3,5 bis 4 Milliarden Euro liegen. Dem Vernehmen nach hätten die Hamburger Bieter das beste Angebot abgegeben. Wie die Zeitung weiter berichtet, hätte außer der Hamburger Gruppe und NOL eventuell nur noch ein Private-Equity-Fonds ein Angebot abgegeben. Insgesamt sei das Interesse an der Reederei, die vergangenes Jahr 6,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat, aber gering. Der hohe Ölpreis und die abkühlende Weltkonjunktur hatten zuletzt die Bewertung von Containerschiff-Reedereien gedrückt, sagte jüngst TUI-Großaktionär John Fredriksen.