Havarie-Depot in Betrieb
Donnerstag, 03. Juli 2008
Das Havarie-Depot im Hafen von Sassnitz hat am Mittwoch seinen Betrieb zur Verbesserung der maritimen Notfallvorsorge an der deutschen Ostseeküste aufgenommen. Das Depot auf Rügen ist das letzte von insgesamt drei Havarie-Stützpunkten zur Bekämpfung von Unfällen auf der Ostsee, wie der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund, Holger Brydda, in Sassnitz sagte. In dem rund eine Million Euro teuren Logistikstützpunkt werden schwere Pumpensysteme, Ölsperren und Leercontainer frostfrei und UV-geschützt gelagert. Die Ausrüstung soll im Notfall schnell an den Havarieort gebracht werden können. Weitere Depots gibt es bereits in Kiel und Warnemünde.
Vor drei Jahren wurde bereits das 44 Millionen Euro teure Multifunktionsschiff «Arkona» in Dienst gestellt, das bei Havarien zur Ölbekämpfung, als Eisbrecher, als Notschlepper und zur Feuerbekämpfung eingesetzt werden kann. Zudem stehen zwei gecharterte Notschlepper in ständiger Bereitschaft, die verunglückte Schiffe schnell anlaufen können.
Bei einem Unfall auf der Ostsee kann die «Arkona» oder das von der schleswig-holsteinischen Küste aus operierende Schwesterschiff «Scharhörn» die in den Depots gelagerte Technik an Bord nehmen und umgehend zum Havarieort bringen. Auch der Transport mit einem anderen Schiff oder per Hubschrauber sei im Ernstfall möglich, sagte Brydda. Allein in Sassnitz lagern unter anderem 200 Meter lange Schläuche, die als Ölsperren auf dem Wasser ausgelegt werden können und damit die Küsten vor einer Verunreinigung schützen.

