Marinetaucher weiter am Wrack
Freitag, 27. Juni 2008
Nach dem Untergang der Fähre «Princess of the Stars», die am Samstag mit mehr als 860 Menschen an Bord sank, werden immer noch etwa 680 Menschen vermisst. Unterdessen wächst die Empörung über die hastige Beisetzung der Opfer des schweren Fährunglücks in Massengräbern. «Wir wissen, dass unsere Angehörigen tot sind, aber wir wollen ihnen wenigstens eine ehrenvolle Bestattung geben», schrie eine verstörte Frau vor dem Büro des Fährbetriebs Sulpicio Lines.
Nach Angaben der Küstenwache wurden 124 Leichen von Opfern der Fährkatastrophe geborgen. Er werde immer schwieriger, die verwesenden Leichname aus dem Wasser zu holen, sagte ein Sprecher der Marine. Einige Leichen trieben mehr als 100 Kilometer vom Unglücksort entfernt im Meer.
An dem Wrack rund 300 Kilometer südlich von Manila sind immer noch Dutzende Marinetaucher im Einsatz, um Ertrunkene zu bergen. Problem ist die Gefahr einer Ölverseuchung, wenn sie die mit dem Rumpf nach oben liegende Fähre einfach aufschneiden. Die Taucher wollten daher versuchen, durch Türen und Fenster in das Wrack einzudringen.
Die Zahl der Überlebenden wurde inzwischen mit 56 Menschen angegeben. In den Tagen nach dem Unglück waren zahlreiche Schiffbrüchige gerettet worden, doch herrschte lange Unklarheit, ob sie an Bord der Fähre oder auf kleineren Schiffen gewesen waren.

