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Privates Geld für Dortmund-Ems-Kanal

10.06.08

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Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück-Emsland sammelt mit Partnern Geld von der Wirtschaft für einen vorgezogenen Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals. «Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe dieses Jahres Zusagen über die gesamte Sponsoring-Summe von 600 000 Euro haben werden», sagte Eckhard Lammers, Geschäftsführer der Osnabrücker Kammer, der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir finden viele offene Ohren.» Die Summe soll den Ausbau der Nordstrecke zwischen Rheine in Nordrhein-Westfalen und Lingen im Emsland beschleunigen helfen.
Beteiligt an dem Projekt sind neben den Kammern in Osnabrück, Emden und Münster auch Kreise und Städte in beiden Ländern. Insgesamt sollen aus der Region rund vier Millionen Euro in die Planung der rund 30 Kilometer langen Strecke fließen. Ziel sei, die Strecke mit 110 Meter langen Großmotorgüterschiffen befahren zu können, sagte Lammers. Das Projekt könnte 2017 fertig sein - acht Jahre früher als geplant. Der Bund will etwa 165 Millionen Euro investieren. Bereits am vorgezogenen Ausbau der Autobahn 31 vom Emsland an die Küste hatte sich auch die regionale Wirtschaft beteiligt.
Nach den Worten des IHK-Geschäftsführers sollen im Zuge der Arbeiten am Dortmund-Ems-Kanal drei Schleusen durch Neubauten ersetzt und zwei bestehende Schleusen abgerissen werden. «Die durchgängige Befahrbarkeit des Kanals mit zukunftsfähigen Schiffsgrößen ist für das gesamte Verkehrssystem wie für die Region wichtig.» Er verwies auf Prognosen des Bundesverkehrsministeriums, nach denen die Verkehrsleistung bis 2025 um 71 Prozent steigen werde. Im gleichen Zeitraum werde sich der Güterumschlag in den deutschen Seehäfen mehr als verdoppeln und der Containerverkehr um das Dreifache ansteigen. Im Vergleich zu Straße und Bahn seien die Wasserstraßen der einzige Bereich mit noch freien Kapazitäten.
Lammers betonte die günstige Verkehrslage im Südwesten Niedersachsens, des Münsterlandes sowie der benachbarten Niederlande. Die Region sei mit großen und günstigen Flächen ideal für Logistiker. Mit dem Lastwagen könnten binnen 24 Stunden 75 Prozent der Bevölkerung in der Europäischen Union erreicht werden. Auch die Kombination verschiedener Transportwege gewinne an Bedeutung. So werde Ware in Containern per Lastwagen ins niederländische Hengelo gebracht, dort umgeladen und mit dem Schiff nach Rotterdam gefahren.