Rätsel um chinesischen Waffenfrachter
10.05.08
Der mit Waffen und Munition für das Krisenland Simbabwe beladene chinesischer Frachter «An Yue Jiang» gibt weiter Rätsel auf. Nach Angaben der südafrikanischen Transportarbeitergewerkschaft SATAWU befindet sich das Schiff auf dem Weg nach Kongo-Brazzaville, wo es erneut versuchen wolle, die brisante Fracht zu entladen. Dagegen erklärte der Internationale Verband der Transportarbeiter (ITF), dass es keine neuen Erkenntnisse darüber gebe, welchen Kurs das Schiff genommen habe. Nach heftigen Protesten gegen die Waffenlieferung war das Schiff bereits in mehreren afrikanischen Häfen abgewiesen worden. Hafenarbeiter weigerten sich, die brisante Fracht zu entladen.
«Wir sind nicht hundertprozentig sicher, wohin das Schiff fährt. Alles, was wir wissen, ist, dass es am 4. Mai Luanda (in Angola) verlassen hat. Es gebe widersprüchliche Informationen, dass es unterwegs nach China oder nach Pointe Noire im Kongo sei», sagte ITF-Sprecher Sprite Zungu in Durban.
Die Reederei hatte das Schiff offiziell zurückgerufen, weil Simbabwe wegen des Boykotts in diversen afrikanischen Häfen die 77 Tonnen Waffen und Munition nicht annehmen könne. Die Hafenarbeiter waren einem ITF-Aufruf gefolgt, die Ladung nicht zu löschen.
Menschenrechtsgruppen befürchten, die Waffen könnten in Simbabwe nach dem Streit um den Ausgang der Präsidentenwahl die Gewalt gegen Anhänger der Opposition weiter anheizen. Bislang kamen dabei mindestens 30 Menschen ums Leben. Tausende wurden zum Teil schwer verletzt.

