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Sorge um Hapag-Lloyd wächst

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Dienstag, 18. März 2008

In Hamburg wächst die Sorge um die Zukunft der Reederei Hapag-Lloyd, nachdem sich der Mutterkonzern TUI von dem Schifffahrtsunternehmen trennen will. Eine Gruppe Hamburger Investoren und Kaufleute will sich dafür einsetzen, Hapag-Lloyd als eigenständige deutsche Reederei mit dem Standort Hamburg zu erhalten, teilten der frühere Finanzsenator Wolfgang Peiner und der Persönlich haftende Gesellschafter der Privatbank M.M.Warburg, Christian Olearius, am Montag in Hamburg mit. Mit dem Vorstand und den Aktionären der TUI soll ausgelotet werden, wie dieses Ziel erreicht werden könne. Zu der Gruppe zählt auch der Transportunternehmer Klaus-Michael Kühne; weitere Investoren seien willkommen.
Am Montag hat der TUI-Aufsichtsrat in Hannover die Trennung des Tourismus-Geschäfts von der Containerschifffahrt beschlossen. Alle Optionen bis hin zum Verkauf als Ganzes sollen geprüft werden. Dabei seien die Interessen sowohl der Anteilseigner wie auch der Beschäftigten angemessen zu berücksichtigen. Für die traditionsreiche Reederei kommen verschiedene Alternativen in Betracht, zum Beispiel ein Verkauf, eine Fusion mit einem anderen Schifffahrtsunternehmen oder eine Verselbstständigung. Auch eine Fusion mit der Oetker- Reederei Hamburg Süd wird immer wieder diskutiert. Als wenig aussichtsreich gilt gegenwärtig wegen der schwachen Aktienkurse ein Börsengang.
Welchen Weg TUI und damit Hapag-Lloyd letztlich einschlagen, ist abhängig von mehreren Aktionärsgruppen, die zum Teil unterschiedliche Interessen verfolgen. Die Hamburger Investoren wollen das Gespräch mit allen Gruppierungen suchen sowie mit den Arbeitnehmern. Die Aufsichtsräte der Arbeitnehmerseite haben angekündigt, sie würden keiner Lösung zustimmen, die den TUI-Standort Hannover oder den Hapag-Lloyd-Standort Hamburg gefährden könnte.
Die Stadt Hamburg selbst, die sich bereits mehrfach an Unternehmen beteiligt hat, um negative Einflüsse oder Arbeitsplatzverluste zu verhindern, ist gegenwärtig kaum handlungsfähig. Während der laufenden Koalitionsverhandlungen sollen keine weitreichenden Entscheidungen gefällt werden, um den künftigen Senat nicht festzulegen.
Hapag-Lloyd gehört seit der Übernahme der Reederei CP Ships 2005 zu den fünf größten Containerreedereien weltweit. In den ersten neun Monaten des Jahres 2007 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 4,5 Milliarden Euro und transportierte 4,1 Millionen Standardcontainer (TEU). Die Flotte besteht aus 142 Containerschiffen mit einer Kapazität von 514 000 TEU. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 8400 Mitarbeiter.