Konkurrenzvorteil für europäische Werften
Stärken im Spezialschiffbau
Samstag, 25. Oktober 2008
Die deutschen Werften können nach Meinung von Experten ihre Stärken vor allem im Spezialschiffbau ausspielen. Durch ein enge Kooperation von Konstruktion und Fertigung sowie dem hohen Produkt- und Prozess-Know-how sind europäische Werften flexibler als die asiatische Konkurrenz, sagte der Geschäftsführer der Stralsunder Volkswerft, Bertram Liebler, bei einer internationalen Schiffbautagung in Stralsund. Die Werften könnten sich zudem durch die im Vergleich zur asiatischen Konkurrenz kleineren Schiffbauserien und der hohen Qualität der Gewerke besser an die individuellen Kundenanforderungen anpassen.
Rund 130 Experten aus der Wirtschaft und Wissenschaft berieten bis Freitag in der Hansestadt über neue Produktionstechnologien im Schiffbau. Die Tagungsteilnehmer kamen aus den Niederlanden, Spanien, Großbritannien, Finnland, Kroatien, Dänemark, Polen und Deutschland.
Im Mittelpunkt der Tagung standen neue computergestützte Methoden bei der Planung und dem Bau von Schiffen. Zudem tauschten sich die Tagungsteilnehmer über flexibel einsetzbare Systeme bei Fertigungs- und Montageprozessen aus. Rostocker Forscher stellten ein System zum präzisen Roboterschweißen von Schiffsstahl vor.
Die Konferenz ergab viele kleinere Anregungen zur Optimierung der Abläufe beim Bau von Schiffen. «Ich sehe die Innovationen eher in vielen kleinen Bereichen als im Quantensprung», sagte der Volkswerft-Chef. Zudem wurden neue Werkzeuge und Gerätetechnik in Fachvorträgen vorgestellt.
Die Zusammenarbeit zwischen Werften und Wissenschaft bezeichnete Liebler als grundsätzlich gut. Allerdings würde sich die Industrie oftmals eine schnellere Problemlösung von der Forschung wünschen.
Die Volkswerft liefert im kommenden Jahr erstmals nach fünf Jahren wieder zwei Spezialschiffe aus. Die Ankerziehversorger sind für den A.P.-Moeller-Konzern bestimmt. Wie Liebler betonte, soll der Spezialschiffbau neben dem Bau von Containerfrachtern stärker ausgebaut werden.

