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TUI: Vranitzky legt Mandat nieder

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Dienstag, 29. April 2008

Wechsel im Aufsichtsrat beim Touristik- und Schifffahrtskonzern TUI: Der frühere österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky hat nach sieben Jahren sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Als Nachfolger bestellte das Amtsgericht Hannover mit sofortiger Wirkung Vladimir Yakushev. Der 36-jährige ist Managing Partner der TUI-Großaktionärin S-Group Capital Management und ein Vertrauter des russischen TUI-Großaktionärs Alexej Mordaschow.

   Der russische Manager Yakushev war von 2003 bis 2006 als Vorstand des Bereichs Bergbau bei Severstal in Moskau tätig und gründete im vorigen Jahr gemeinsam mit dem Stahlmilliardär Mordaschow die Investmentgesellschaft S-Group Capital Management. Diese hatte zuletzt ihre Beteiligung an TUI auf über zehn Prozent erhöht und eine Absichtserklärung für ein Gemeinschaftsunternehmen unterzeichnet.
«Als größter strategischer Anteilseigner mit einem klaren Fokus auf das Tourismus-Geschäft wird die S-Group auch künftig eine gute Zusammenarbeit mit TUI pflegen», erklärte Yakushev am Montag.
Der russische Stahlmagnat Mordaschow ist bei TUI der zweitgrößte Anteilseigner. Größter Aktionär ist der streitbare norwegische Reeder John Fredriksen, der mit einer Aufstockung seiner Anteile auf fast zwölf Prozent zuletzt an Mordaschow vorbeigezogen war. Während der Russe hinter TUI-Chef Michael Frenzel steht und mit diesem den russischen Reisemarkt erobern will, hat sich Fredriksen wiederholt gegen Frenzel gestellt.
Der Norweger hatte im März zu dem Beschluss der Trennung des Konzerns von der Containerschiff-Sparte Hapag-Lloyd maßgeblich beigetragen. Zuletzt forderte er die Abwahl von Vranitzky und Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow. Es gebe zu wenig Know-how in Sachen Schifffahrt in dem Gremium, hatte Fredriksen kritisiert und für sich selbst und einen Vertrauten zwei Sitze gefordert.
TUI erklärte weiterhin offen für eine Neuordnung des Aufsichtsrates zu sein. Das schriftliche Angebot des Nominierungsausschusses an TUI-Großaktionär Fredriksen zum Eintritt in das Kontrollgremium gelte unverändert.