KfW will schneller werden

Die staatliche Förderbank KfW setzt auf Ausbau der Digitalisierung.

Die KfW sei bislang nicht unbedingt bekannt für Schnelligkeit, sagte Konzernchef Ulrich Schröder bei der Bilanzvorlage am Montag in Frankfurt. „Die Digitalisierung zwingt uns, schnell zu werden“, so Schröder. Impulse auf diesem Gebiet erhofft sich die KfW von ihrem designierten Vorstandsmitglied Joachim Nagel. Nagel war bis Ende April im Bundesbank-Vorstand für Informationstechnologie zuständig. Er wechselt zum 1. November als Generalbevollmächtigter zur KfW und soll ein Jahr später in den Vorstand der Förderbank einziehen.

Beim Gewinn übertraf das Ins titut erstmals seit drei Jahren wieder die Marke von zwei Milliarden Euro. Mit 2,17 Milliarden Euro lag das Ergebnis deutlich über dem Vorjahresüberschuss von 1,51 Milliarden Euro. Sondereffekte trugen zu der Steigerung bei, etwa die im Jahresvergleich knapp 100 Millionen Euro niedrigere Risikovorsorge, dazu positive Effekte bei der Absicherung von Zins- und Währungsrisiken. Beim Fördervolumen erreichte die KfW Bankengruppe mit Zusagen für 79,3 Milliarden Euro den zweithöchsten Wert seit der Finanzkrise 2007/2008.

Die Planungen für 2016 sind vorsichtig. Ein Überschuss der jetzt für 2015 gemeldeten Größenordnung lasse sich nicht wiederholen, sagte Schröder. „Realistisch ist, davon auszugehen, dass wir ein Ergebnis erzielen werden, was um die Milliarde liegen wird.“

Weil viele Investoren der KfW dank bester Bonität frisches Geld quasi hinterherwerfen, treiben den Vorstand erneut Überlegungen um, ob man diesen Vorteil nicht weiterreichen sollte. Kreditnehmer könnten dann fürs Schuldenmachen belohnt werden. Das Thema sei im Vorstand umstritten, erklärte Schröder: „Wir habe keine Absicht, unsere Zinsen so zu gestalten, dass der Endkunde Negativzinsen sieht.“ dpa/fab

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