Hapag-Lloyd: Auf Stahl in die Zukunft
Um die Erfolgsgeschichte des Containers weiterzuschreiben, muss sich die Box weiterentwickeln.
Das war eine der zentralen Aussagen einer Veranstaltung der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Containerumschlag in Deutschland.
Gegenwärtige und künftige Anforderungen an die vielseitige Box in Hinsicht auf die ökologische Verträglichkeit, RFID-Technologie und zunehmend schwerere Ladung stellen Containerreedereien und Hersteller vor neue Herausforderungen. Deshalb geht Hapag-Lloyd jetzt neue Wege – und einer davon steht unter dem Motto „Der Container der Zukunft braucht einen stärkeren Boden“.
Um also bei den prognostizierten größeren Gewichten und höheren Belastungen zu bestehen, will die weltweite Nummer 5 der Containerreedereien den „Steel Floor Container“ etablieren.
Schätzungen zufolge sind weltweit zwischen 25 und 30 Millionen Standardboxen im Seeverkehr unterwegs. Heute sind immerhin 14.000 Exemplare der erstmals im Mai vergangenen Jahres vorgestellten Neuheit (THB 6. Mai 2015) auf den Weltmeeren im Einsatz.
Das Besondere: Anstatt eines 28 Millimeter starken Sperrholzbodens setzt Hapag-Lloyd – auch im Austausch mit Marktteilnehmern wie Hamburg Süd und Maersk – von jetzt an auf gesickten Stahl. Der neue Untergrund ist rund 150 Kilogramm leichter als sein hölzerner Vorgänger und bietet eine enorme Festigkeit. Dadurch werde vor allem die punktuelle Belastbarkeit verstärkt. Der Stahlfußboden überzeugt auch in puncto Hygiene. Im Gegensatz zu Holz kann durch das Material keine Feuchtigkeit eindringen. Auch müssten keine toxischen Stoffe wie Insektizide für den Holzschutz eingesetzt werden.
Als weiteren Vorteil nennt Hapag-Lloyd die Langlebigkeit des Stahls. Bisher hatte man für einen Standardcontainer eine durchschnittliche Lebenserwartung von 8, höchstens aber 15 Jahren ermittelt. Die neue Box hingegen, die bisher ausschließlich in der chinesischen Industrie gefertigt wird, sei für bis zu 20 Jahre im Einsatz ausgelegt.
Die Qualität des „Steel Floor Containers“ wurde bereits durch die Klassifikationsgesellschaften DNV GL und Bureau Veritas bestätigt. Entscheidend sei nun, die Produktion der Stahlboxen auszuweiten. Dann könne man mit einem Container aufwarten, der für die Anforderungen von heute wie auch morgen durch seine physische Beschaffenheit und eine nachhaltigere Produktion gerüstet ist. ger
