Ruhepause für Zerstörer „Donald Cook“

Die 1998 in Dienst gestellte „Donald Cook“ nahm in Kiel Proviant und Nachschub an Bord, Foto: Behling
Der Zerstörer „Donald Cook“ hat am Sonnabend in Kiel einen Kurzstopp eingelegt.
Das US-Schiff sorgte noch vor wenigen Tagen in der Ostsee für Schlagzeilen, als russische Kampfjets wenige Meter über seine Radaranlagen hinweg flogen (THB 15. April 2016). Jetzt wurden in weniger als 24 Stunden im Tirpitzhafen Proviantvorräte aufgefüllt, die Abwassertanks geleert und Ausrüstung übernommen. Ein Teil der Crew nutzte die Chance zum Landgang. Am Sonntag verließ das Schiff morgens um 8 Uhr Kiel bereits wieder, um ihre Patrouille in der westlichen Ostsee fortzusetzen.
Das 154 Meter lange Kampfschiff operiert seit dem 4. April in der Ostsee und hatte bereits Gdingen (Polen) und Klaipeda (Litauen) besucht. Ende März war das Schiff im Rahmen der Operation „Atlantic Resolve“ vom Mittelmeer in die Ostsee verlegt worden. In der vergangenen Woche trainierte die Besatzung des Zerstörers zusammen mit Einheiten der schwedischen Marine und amerikanischen Marinefliegern die U-Bootjagd. Das 1998 in Dienst gestellte Schiff kreuzte dabei in der zentralen Ostsee.
Bei den Manövern in der Ostsee war das Schiff am 12. und 13. April auch mehrfach von russischen Kampfjets und Hubschraubern in sehr niedriger Höhe überflogen worden. Die „Donald Cook“ hielt sich dabei laut Angaben der US-Marine in internationalen Gewässern auf. Die Manöver sorgten für Aufsehen, weil die US Navy die riskanten Flugmanöver kritisierte.
Den Kieler Hafen hat die „Donald Cook“ am Sonnabendmorgen angesteuert. Da der Marinestützpunkt ein gesicherter Liegeplatz mit Tiefwasserzugang ist, wählte die US-Marine Kiel für die Nachversorgung aus. Der Liegeplatz wurde während der Liegezeit zusätzlich von Einheiten des Seebataillons abgesichert. Die Abfertigung in Kiel erfolgte durch die Maklerei UCA United Canal Agency. Für den gesamten Prozess hatte die Reederei Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) ihren Ponton „Hörn 20“ abgestellt. Die SFK stellte auch die Schlepper „Bülk“ und „Stein“ für das An- und Ablegemanöver.
Die „Donald Cook“ ist einer von vier Zerstörern, die 2014 und 2015 im Rahmen des Raketenabwehrprogramms BMD der US Marine nach Europa verlegt wurden. Heimatbasis der 1998 in Dienst gestellten „Donald Cook“ ist Rota in Südspanien. Das Schiff operiert als Teil der 6. US Flotte und ist mit sehr weitreichenden Radaranlagen und verschiedenen Flugkörpern ausgerüstet. Darunter auch der neue Luftabwehrflugkörper SM3, der Reichweiten von mehr als 700 Meilen hat.
Das von Commander Charles Hampton befehligte Schiff hat derzeit etwa 300 Besatzungsmitglieder und gehört zu den größten Kampfschiffen der US Navy in Nordeuropa. FB/pk