ver.di gegen Bewaffnung
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert, das "Wettrüsten" in der Handelsschifffahrt zu beenden. "Die Bewaffnung von Schiffen der Handelsmarine führt mit voller Kraft ins Desaster", erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott.
Eine Aufrüstung gegen die Piraten im Golf von Aden und im Seegebiet vor der Somalischen Küste durch bewaffnete Kräfte an Bord der deutschen Schiffe könne eine kaum kalkulierbare Spirale der Gewalt auslösen. Anlass der Warnung von ver.di sind Überlegungen des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), der sich nach Übergriffen von Piraten gegen deutsche Schiffe zunehmend unter Handlungsdruck sieht.
"Handelsschiffe sind keine Kriegsschiffe, der Einsatz privater Kampftruppen wie durch 'Blackwater' im Irak würde zu einer unkontrollierbaren Militarisierung der Handelsschifffahrt führen", betonte Ott. Er bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass der aktive Schutz aller Schiffe, die Pirateriezonen durchfahren müssten, der von den Vereinten Nationen rechtlich mandatierten "Operation Atalanta" obliege. Bislang machten deutsche Reedereien von diesem Angebot eines "Schutzschirms" in Form von Geleitschutz allerdings nicht ausreichend Gebrauch.