Simuliertes Schiedsverfahren war sehr real

Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“, lautet ein geflügeltes Wort, das auch in der maritimen Wirtschaft immer wieder gern herangezogen wird.

Rechtsstreitigkeiten werden oft in sogenannten Schiedsverfahren verhandelt. Doch wie verläuft eine solche In teressenschlichtung? Das ansatzweise zu vermitteln, bildete den Mittelpunkt einer „gespielten“ Verhandlung, die jetzt in Anwesenheit von rund 60 Studierenden des Fachbereichs Seefahrt der Hochschule Emden/Leer im Maritimen Kompetenzzen trum (MARIKO) in Leer stattfand.

Veranstaltet wurde das Verfahren dabei von der German Maritime Arbitration Association (GMAA) aus Hamburg. Am Hochschul standort in Leer werden solche an der Realität angelehnten Verhandlungen nunmehr seit etwa fünf Jahren regelmäßig angeboten.

„Diese Veranstaltungen werden von den Studierenden immer sehr gut angenommen“, bestätigte Prof. Dr. Mathias Münchau, im Fachbereich Seefahrt für „maritimes Recht“ zuständig, dem THB. In der neuesten Auflage wurde über die Schuldfrage bei einem Unfall verhandelt, der sich beim Absetzen eines Lukendeckels mit einem Kran auf dem Frachter „Flintermar“ ereignete. Dabei wurde der Chief Officer schwer verletzt. Die Folge: Der Reeder forderte hierfür Schadenersatz vom Beklagten, dem Charterer des Schiffes.

Münchau mimte in der Veranstaltung einen Zeugen. Die Moderation oblag Jan Wölper, Rechtsanwalt aus Hamburg bei der auf maritimes Recht spezialisierten CMS Hasche Sigle und zugleich Vorsitzender der GMAA.

Letztgenannte wurde 1983 gegründet und versteht sich als kostengünstige Alternative zu den üblichen Schiedsverfahren in London. Der Organisation stehen etwa 200 nebenamtliche Schiedsrichter zur Verfügung. Sie stellt die entsprechenden Regularien und Informationen zur Verfügung und organisiert Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zu Schiedsverfahren, Mediation, Schiedsgutachten und Schlichtung.

Wölper hatte an diesem Tag noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen: Er zeichnete die beiden Studenten Silke Grabhorn und Freya Ho meyer, Absolventinnen des Studiengangs „Schiffs- und Reedereimanagement/Studienrichtung Reedereimanagement und Logistik“, mit dem erstmals verliehenen „GMAA Legal Award“ aus.

Grabhorn hatte ihre Bachelorarbeit zum Thema „(Rechts-)vergleichende Analyse der verschiedenen Finanzierungsinstrumenta rien von Schiffen in den Ländern Deutschland, Italien, Frankreich und Finnland“ verfasst. Als Erstprüfer wirkte dabei Prof. Dr. Mathias Münchau, als Zweitprüfer Jens Sandmann von der Papenburger Meyer Werft. Grabhorn erhielt für ihre Arbeit die Note 1,15.

Homeyers Arbeit trägt den Titel „Aktueller rechtlicher Rahmen und zukünftige Perspektiven für die Gewährung von Notliegeplätzen für Schiffe in Notsituationen“. Ihr Erstprüfer war ebenfalls Professor Münchau, als Zweitprüfer trat Dipl.-Ing. Kapt. Matthias Mattausch in Erscheinung. Ihre Arbeitsleistung ziert die Note 1,0.

Abschließend sparten die Teilnehmer der Veranstaltung auch in diesem Jahr nicht mit Lob für die realitätsnahe Darstellung. EHA

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben