Zahl der Ausbildungsverträge rückläufig

Immer weniger junge Menschen wollen Schiffsmechaniker werden, Foto: Arndt
Die Anzahl der Berufsausbildungen zum Schiffsmechaniker ist weiter rückläufig. Das geht aus dem Jahresbericht der Berufsausbildungsstelle Seeschifffahrt e. V. (BBS) in Bremen hervor. Demnach schlossen im vergangenen Jahr 121 Berufsanfänger Ausbildungsverträge ab, wovon 12 vorzeitig wieder gelöst wurden.
Damit setzt sich der Negativtrend fort. Bereits seit 2014 nimmt die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse − mit Ausnahme des Jahres 2017 − stetig ab. So bestätigte das BBS 2014 noch 197 Neuverträge; 2016 waren es 126. Erfreulich ist, dass die Zahl der weiblichen Auszubildenden zur Schiffsmechanikerin gestiegen ist. Im vergangenen Jahr schlossen elf junge Frauen Neuverträge; 2017 waren es sieben.
Die Zahl der Auszubildenden über alle drei Berufsjahre lag damit zum 31.12.2018 bei 349 künftigen Schiffsmechanikern. Diese waren dem BBS zufolge auf 382 Ausbildungsschiffen bei 58 Reedereien tätig − die meisten davon sind im Bereich der internationalen Seeschifffahrt angesiedelt (36 Reedereien). Die Ausbildungsstellen befinden sich zum Großteil in Hamburg (etwa 41 Prozent der Reedereien), gefolgt von Niedersachsen (rund 33 Prozent) und Schleswig-Holstein mit um die 12 Prozent.
Bei den Vertragsauflösungen liegt die Quote bei den Schiffsmechanikern nach Angaben der Berufsbildungsstelle unter der durchschnittlichen Quote außerhalb der Seeschifffahrt. Diese liegt etwa bei 25 Prozent. Nach Angabe des BBS wurden während der Ausbildung zum Schiffsmechaniker rund 17 Prozent der Verträge vorzeitig gelöst. Im vergangenen Jahr lösten 14 Prozent der Berufsanfänger ihren Vertrag im 1. Ausbildungsjahr, 2,5 Prozent der Verträge wurden im 2. Jahr aufgelöst und etwas unter einem Prozent der Ausbildungsverträge der Lehrlinge im 3. Ausbildungsjahr wurden aufgehoben, so das BBS.
Mit Blick auf die Schulabschlüsse bleibt das Bild unverändert. Der Anteil der Haupt- und Realschüler beziehungsweise Schüler mit Hochschul- und Fachhochschulreife liegt über die Jahre konstant bei unter 10 Prozent, rund 40 Prozent und mehr als 50 Prozent.
Wie das BBS mitteilte, nahm die Anzahl der Bewerbungen für eine Berufsausbildung zum Schiffsmechaniker oder zur Schiffsmechanikerin über die Zentrale Heuerstelle Hamburg (ZHH) weiter ab. Waren es im Jahr 2009 noch 355 Bewerber, so suchten im vergangenen Jahr nur noch 74 jungen Menschen einen Ausbildungsplatz über die ZHH. Gründe wurden nicht genannt.
In der BBS steht zudem ein Wechsel in der Geschäftsleitung an. Nach elf Jahren übergibt Holger Jäde seinen Posten als Geschäftsführer an Sabine Zeller. Zeller ist Diplom-Ingenieurin Für Nautik und Seeverkehr mit dem Befähigungszeugnis zum Kapitän. Sie übernimmt die Geschäftsführung zum 1. Juni. Jäde wechselt zum Havariekommando in Cuxhaven. acw