HHLA setzt auf „Zukunftslotsen“

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat ein Qualifizierungsprogramm gestartet, das Beschäftigte gezielt auf die Herausforderungen des digitalen Wandels vorbereiten und sie von Betroffenen zu Beteiligten des Transformationsprozesses machen soll.

„Bottom up“ statt „Top down“ lautet dabei der Ansatz in der Personalentwicklung des Konzerns, „Digital denken, handeln und führen lernen“ der Leitsatz der im Zuge des Qualifizierungschancengesetzes der Bundesregierung durch die Agentur für Arbeit Hamburg geförderten Weiterbildungsmaßnahme.

Seit Dezember vergangenen Jahres werden bei der HHLA Fach- und Führungskräfte zu zertifizierten „Zukunftslotsen“ qualifiziert. Im Laufe des einjährigen Programms sollen sie unter anderem lernen, in crossfunktionalen Teams projekt- und netzwerkorientiert zu arbeiten, dabei neue, agile Methoden einzusetzen sowie Kolleginnen und Kollegen empathisch zu führen.

Im ersten Schritt werden 18 Fach- und Führungskräfte fünf Fortbildungsmodule am Maritimen Competenzcentrum (Ma-Co) durchlaufen. Diese kommen aus unterschiedlichen Bereichen der HHLA – von allen drei Hamburger Containerterminals, von Unikai, von HCCR Hamburger Container- und Chassis-Reparatur-Gesellschaft, von HPC Hamburg Port Consulting und aus der Holding. Im ersten Modul geht es darum, das Spezialistentum aufzubrechen und den Teilnehmern fundiertes Wissen über die Aufgaben und Abläufe der verschiedenen Unternehmensbereiche zu vermitteln. Dazu zählen etwa Terminalprozesse im digitalen Wandel (Wasser/Straße/Schiene/Zoll/Depot). Darüber hinaus geht es auch um die Frage, wie sich die Branche verändert und weiterhin verändern wird, beispielsweise mit Blick auf die Neue Seidenstraße.

Die Module 2 und 3 dienen dazu, die Zukunftslotsen mit agilen Methoden vertraut zu machen, um ihnen das notwendige Handwerkszeug an die Hand zu geben. Im Fokus des vierten Moduls stehen dann Kollaborationsmodelle und wie die Mitbestimmungsmöglichkeiten für alle von den jeweiligen Projekten ausgestaltet werden können. Abschließend geht es im fünften und letzten Modul um neue Methoden der Führung. „Die künftigen Zukunftslotsen werden an wichtigen Schnittstellen im Konzern ein Garant für eine erfolgreiche digitale Transformation und nachhaltige Entwicklung bei der HHLA sein“, sagte Personalvorstand Torben Seebold am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms auf dem Container Terminal Tollerort (CTT).

Ziel der HHLA sei es, die mit der Digitalisierung einhergehenden Prozesse im Hafen aktiv mitzugestalten. Dazu gehöre nicht nur, in innovative Technologien und zukunftsträchtige Geschäftsfelder zu investieren. Seebold: „Der digitale Wandel verändert Arbeitsplätze und es entstehen ganz neue. Nur mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die offen für Neues sind und ihre Aufgaben mutig und verantwortungsbewusst anpacken, werden wir in der Lage sein, schnell und flexibel mit den immer komplexer werdenden Anforderungen umzugehen.“

Dass der digitale Wandel an Fahrt und Intensität gewinnt, bestätigte auch Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg. Vom Transformationsprozess, der Beschäftigte vor neue Herausforderungen stelle, sei niemand ausgenommen. „Betriebe, Verwaltungen, Arbeitsprozesse und damit fast alle Arbeitnehmer sind digitalen Veränderungen in immer kürzeren Intervallen ausgesetzt“, erklärte Fock. „Berufsbilder werden zwar nicht verschwinden, aber sie werden sich deutlich wandeln. Daher ist die berufliche Weiterbildung während des Erwerbslebens der entscheidende Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung des Strukturwandels.

Personalvorstand Seebold betonte, dass die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten das Rückgrat der strategischen Personalentwicklung der HHLA sei – nicht zuletzt auch, um unabhängiger von der Situation auf dem Arbeitsmarkt zu werden (Stichwort: Fachkräftemangel). 2018 habe der Konzern allein am Standort Hamburg 4,6 Millionen Euro in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen investiert, berichtete Seebold. bek

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