„Unflexibilität anderer Unternehmen ist unsere Chance“

Gerade kleinere Dienstleistungsunternehmen aus der maritimen Branche haben mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. So auch das Hamburger Ingenieurbüro E-MS. Ein Lösungsweg, um auf dem Arbeitsmarkt attraktiver zu werden – und für die bestehenden Mitarbeiter attraktiv zu bleiben – ist die Stärkung der eigenen Personalabteilung. So ist Antonia Leder bei E-MS seit Kurzem nicht nur für das Marketing zuständig, sondern auch für den Bereich Human Resources.

Frau Leder, wie kam es dazu, dass Sie sich bei E-MS jetzt auch um das Personalmanagement kümmern?

Wir sind in der jüngsten Vergangenheit stark gewachsen, zum Team gehören mittlerweile 16 Mitarbeiter. Auf der einen Seite spüren wir als hoch spezialisierter Dienstleister natürlich den Fachkräftemangel, vor allem im Ingenieurbereich. Andererseits können wir bei unserer Unternehmensgröße noch sehr individuell auf die Weiterentwicklung unserer derzeitigen Mitarbeiter eingehen. Hier gab es Handlungsbedarf, der nicht mehr einfach so nebenbei von der Geschäftsführung miterledigt werden konnte. Diese Herausforderung hat mich sehr gereizt und ich freue mich, dass ich diesen wirklich wichtigen Bereich für E-MS strukturiert weiterentwickeln kann.

Schließlich kennen Sie das Unternehmen ja schon eine ganze Weile …

Ja, genau. Durch meine Marketingaktivitäten bin ich mit allen Kollegen regelmäßig im Kontakt und erkenne daher auch, wo ich mich aktiv einbringen kann. Dazu kommt, dass ich einfach gern mit Menschen arbeite!

Können Sie Beispiele für Ihre „neue“ Arbeit nennen?

Mir liegen vor allem zwei Dinge besonders am Herzen: Wir werden auch künftig weiter wachsen, denn unsere Produkte und Dienstleistungen sind im Markt sehr gefragt. Dafür habe ich bereits verschiedene Recruitingstrategien ausgearbeitet und den Bewerbungsprozess vereinfacht. Das senkt gleichzeitig unsere Abhängigkeit von Personalvermittlern. Eng damit verbunden ist die Aufbereitung des On-Boarding-Prozesses, damit sich unsere neuen Kollegen gleich gut im Team integriert fühlen.

Und der zweite Punkt?

Wir blicken natürlich nicht nur auf die künftigen, sondern vor allem auch auf unsere derzeitigen Kollegen. Bei ihnen möchte ich den Fokus auf die Mitarbeiterzufriedenheit und -entwicklung legen. Das motiviert und bringt nicht nur die Kollegen nach vorn, sondern das ganze Unternehmen. Darüber hinaus befasse ich mich beispielsweise mit so wichtigen Themen wie Konfliktmanagement, agilen Arbeitsmethoden oder den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsprozess bei uns.

Welche Vorteile bringt E-MS aus Ihrer Sicht für Bewerber mit?

Wir sind bereits groß genug für professionelle Strukturen. Gleichzeitig sind wir noch überschaubar genug, um sehr individuell auf Mitarbeiter einzugehen, ihre Potenziale zu erkennen und zu fördern. Wir investieren viel Zeit und Geld in die Weiterentwicklung unserer Kollegen, dafür wollen wir sie möglichst lange an Bord behalten. Natürlich ist E-MS kein Ponyhof, aber wir möchten schon, dass sich hier alle wohlfühlen. Wir arbeiten alle hart, aber Zeit für ein kleines Turnier an unserem Kickertisch ist immer!

Sie haben vorhin von Recruitingstrategien gesprochen. Wie sehen die aus?

Wir kommen unseren Mitarbeitern beispielsweise bei der Ausgestaltung der Arbeitszeit sehr entgegen. Unsere Bewerber berichten uns oft, wie unflexibel andere Unternehmen bei Teilzeitmodellen sind. Das ist unsere große Chance im Recruiting, mit der wir beispielsweise auch hoch qualifizierte Frauen mit Familie an uns binden können. Das spricht sich in der Branche schnell herum …

… und stand sogar schon in den Medien.

Klar, das tragen wir gern nach draußen, nicht nur über die Presse, sondern beispielsweise auch über Veranstaltungen des Maritimen Clusters Norddeutschland und über das WISTA-Frauennetzwerk in der Schifffahrt. Über Bewerbungen von Männern, gerade auch mit Familie, freuen wir uns übrigens genauso.  bo

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