Ambitioniertes Modernisierungsprogramm

Der jetzt vorgestellte Masterplan Binnenschifffahrt eröffnet Möglichkeiten, Motorenumrüstungen und ganze Schiffe mit erheblichen Förderquoten zu modernisieren.

60 bis 80 Prozent der Investitionssumme sind als Beihilfe möglich, um Binnenschiffern einen Umstieg auf saubere Antriebe oder auf ein neues Schiff zu ermöglichen, sagte Reinhard Klingen, Leiter der Abteilung Wasserstraßen im Bundesverkehrsministerium, am Mittwoch beim Parlamentarischen Abend des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) in Berlin. Ein neues Schiff kostet zwei bis vier Millionen Euro, neue Motoren rund 160.000 Euro.

Diese Fördermaßnahme will das Bundesverkehrsministerium in zwei Wochen in Brüssel bei der EU-Kommission zur Notifizierung einreichen. „Wir als Gewerbe freuen uns, dass der hohe Bedarf bei Infrastrukturvorhaben erkannt wurde und Minister Scheuer ein wirkungsvolles und ambitioniertes Modernisierungsprogramm für die Branche angekündigt hat“, so BDB-Präsident Martin Staats. Der Verband sei zuversichtlich, dass die nötige Notifizierung eines solchen Förderansatzes gelingt.

Zuvor hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) noch einmal die großen Chancen für die Binnenschifffahrt herausgestellt, die vom Masterplan ausgehen. 12 Prozent oder – wie vom Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann genannt sogar 15 Prozent – Anteil an der Verkehrsleistung im Modal Split bis 2030 seien erreichbar, weil mittlerweile auch die Wirtschaft erkannt habe, dass das System Wasserstraße für den Wirtschaftsstandort Deutschland eine maßgebliche Bedeutung hat.

„Wir wollen möglichst viel Potenzial der Binnenschifffahrt ausschöpfen und haben dabei auch den großen Nachholbedarf beim Zustand der Anlagen an den Wasserstraßen im Blick. Wenn wir auf den Klimaschutz und die Klimaschutzziele der Bundesregierung schauen, spielt die Binnenschifffahrt eine ganz zentrale Rolle“, sagte Scheuer. Reinhard Klingen zeigte sich zuversichtlich, dass die von der Regierung gewollte Verkehrsverlagerung auf das Wasser gelingen wird: „Die besten Zeiten für die Binnenschifffahrt kommen noch. Sie ist unverzichtbar, um unsere Klimaziele zu erreichen“, so der Leiter der Abteilung Wasserstraßen im Bundesverkehrsministerium.

Beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt ist derweil mit Matthijs van Doorn, Logistikmanager beim Hafenbetrieb Rotterdam, erstmals ein Niederländer in den Vorstand berufen worden. Der Hafenbetrieb Rotterdam wurde 2016 als erste ausländische Organisation und erster ausländischer Seehafen Mitglied des BDB. bek/jpn

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