Neue Plattform für Binnenschifffahrt

Das HVCC ist die zentrale Koordinationsstelle für Schiffsverkehre, die sich im Zu- und Ablauf des Hamburger Hafens befinden, Foto: HHLA/Nele Martensen
Angesichts zunehmender Containertransporte per Binnenschiff entwickelt das Hamburg Vessel Coordination Center (HVCC) eine neue digitale Plattform, über die Schiffsanläufe künftig zentral koordiniert werden sollen. Das teilte das HVCC am Mittwoch mit.
„Die neue Plattform wird die Planung von Binnenschiffsanläufen in Hamburg, die Koordination der Rundläufe im Hafen sowie die Liegeplatzvergabe und Terminalabfertigung digitalisieren und transparenter gestalten“, sagte HVCC-Geschäftsführer Gerald Hirt. Binnenschiffsreeder, Schiffsführer, Terminals und Behörden könnten darüber Daten künftig reibungslos austauschen. Neben dem HVCC-Kunden BCF Börde Container Feeder GmbH sind auch die Deutsche Binnenreederei AG, die Carl Robert Eckelmann GmbH und die Walter Lauk Ewerführerei GmbH als Partner an dem Projekt beteiligt.
Etwa 10.000 Binnenschiffe laufen jedes Jahr die Umschlaganlagen der Elbmetro pole an. Seit 2012 ist das jährliche Containervolumen, das den Hamburger Hafen per Binnenschiff erreicht oder verlässt, um 40 Prozent auf über 128.000 Standardcontainer (TEU) gestiegen. Hinzu kamen im vergangenen Jahr mehr als 100.000 TEU an „nassen Umfuhren“, also Transporte zwischen den Terminals per Binnenschiff.
Bisher nimmt jede Reederei die Vorplanungen für ihre Schiffe unabhängig vonei nander vor, so dass ein hohes Maß an bilateraler Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen erforderlich ist. Ein wesentliches Ziel einer zentralen Binnenschiffskoordination durch das HVCC ist der Abbau von Ineffizienzen entlang der Transportkette, eine erhöhte Transparenz von Plandaten und somit eine verbesserte Verlässlichkeit der Abfertigung.
Für die Entwicklung der neuen Binnenschiffsplattform, die von der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gefördert wird, zeichnet Dakosy verantwortlich. Im dritten Quartal 2019 soll ein Pilotsystem in die Testphase gehen, die Inbetriebnahme ist für Anfang 2020 geplant.
„Der Aufbau einer Koordinierungsplattform für die Binnenschifffahrt wird die Wettbewerbsfähigkeit dieses nachhaltigen Verkehrsträgers weiter erhöhen. Das ist positiv für Hamburg als Hafenstandort“, so Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann. bek
