Niedrigwasser beeinträchtigt Bilanz für die Rheinschifffahrt

Der Güterverkehr auf der traditionellen Rheinstrecke entwickelt sich uneinheit lich.

Das Ergebnis der ersten drei Quartale 2015 lag mit 145 Millionen Tonnen um 1,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums, teilte die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) jetzt mit.

Nach dem ersten Halbjahr war noch ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen: um drei Prozent auf 99 Millionen Tonnen. Im dritten Quartal trübte sich die Entwicklung jedoch ein. Die Rückgänge seien vor allem auf die gesunkenen Transporte von trockenen Massengütern und Containern zurückzuführen, so die ZKR in ihrem jetzt vorgestellten Quartalsbericht. Als Grund dafür nennt die Kommission das Niedrigwasser, durch das weniger Ladung pro Schiff befördert werden konnte. Um wichtige Transportketten im Rohstoffsegment aufrechtzuerhalten, seien 20 bis 30 Prozent mehr Fahrzeuge eingesetzt worden.

Die Transportpreise und der Umsatz zeigten im ers ten Halbjahr trotz der Anstiege bei den Mengen keine Aufwärtsbewegung. Erst mit dem Niedrigwasser im August ergab sich eine Belebung bei den Preisen, und damit auch bei den Umsätzen. Das zeigt aus Sicht der ZKR, „dass eine deutliche Verbesserung der Einnahmeseite in der momentanen Marktlage nur durch äußere Faktoren erfolgen kann“. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage sei dagegen ungünstig.

Neubauten gab es in den Jahren 2013 bis 2015 kaum. In der Trockenschifffahrt kam ein Prozent der westeuropäischen Flottenkapazität hinzu, in der Tankschifffahrt waren es sieben Prozent. Ein deutliches Plus gab es in den vergangenen drei Jahren hingegen in der Passagierschifffahrt mit 80 neuen Kreuzfahrtschiffen. Das entspricht einem Zuwachs der Kapazitäten um ein Drittel. 30 Einheiten kamen allein im vergangenen Jahr hinzu.

Für das laufende Jahr erwartet die ZKR eine insgesamt positive Entwicklung. Die Kommission rechnet mit Steigerungen bei Sanden, Erden und Baustoffen, die seit Jahren leichte Zuwächse verzeichnen. Auch bei land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen, Metallen und sonstigen Gütern erwartet die ZKR ein Wachstum. Die Nachfrage nach Kohle werde dagegen sinken. Das geschätzte Wachstum der Trockengüter insgesamt setzt die Kommission bei drei Prozent an.

Beim Ausblick für 2017 gibt sich die ZKR „verhalten positiv“. In der Güterschifffahrt sei mit einem Anstieg des Transportvolumens um drei bis vier Prozent zu rechnen. Eine Verbesserung der betrieblichen Rentabilität erfolge dabei jedoch in kleineren Schritten, „da ein schnelleres Tempo durch die bestehende Marktsituation verhindert wird“. Für die Flusskreuzfahrt seien weitere Umsatzzuwächse zu erwarten. „Mit der fortwährenden Abkopplung der Angebots- von der Nachfrageseite erhöhen sich auf diesem Markt jedoch die Risiken, und es steigt die Anfälligkeit gegenüber plötzlichen ökonomischen ‚Kursän derungen‘.“ fab

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