Tempo bei Schleusenneubau gefordert

Dem Bündnis Elbe-Seitenkanal (BESK) geht der Neubau der Schleuse am Schiffshebewerk in Scharnebeck nicht schnell genug voran. Bis 2025 soll das gesamte norddeutsche Binnenwasserstraßennetz für moderne Binnenschiffe befahrbar sein. Doch den Häfen entlang des Elbe-Seitenkanals (ESK) werde das nur bedingt nützen, denn der Schleusenneubau soll erst 2028 fertiggestellt sein, heißt es in einer Mitteilung.

„Wir sind zwar froh, dass der Bund das Projekt mittlerweile als zentral ansieht und auch die Planungen vorangetrieben werden. Aber wir fordern, beim Tempo noch eine Schippe draufzulegen“, sagte Michael Zeinert, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses Elbe-Seitenkanal, jetzt bei der Mitgliederversammlung in der Hamburg Port Authority (HPA) in Hamburg.

Der ESK verbindet die Elbe mit dem Mittellandkanal und gilt als Schlagader der Binnenschiffsverkehre vom und zum Hamburger Hafen, dem ein wachsender Warenumschlag prognostiziert wird. Ohne die neue Schleuse stieße der ESK bereits zwischen 2020 und 2022 bei etwa zwölf Millionen Tonnen an seine Kapazitätsgrenze, mit dem Neubau wäre die doppelte Menge möglich, teilt das Bündnis Elbe-Seitenkanal mit. „Nur wenn die Schleuse parallel zu den übrigen Ausbaumaßnahmen im norddeutschen Binnenwasserstraßennetz realisiert wird, lassen sich negative Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und Logistik vermeiden“, sagte Zeinert. Darüber hinaus könne nur mit der neuen Schleuse der umweltfreundliche Verkehrsträger Binnenschiff im Hafenhinterlandverkehr Hamburgs in größerem Umfang als bisher eingesetzt werden.

Die Freie und Hansestadt Hamburg schaffe ihrerseits jedenfalls schon jetzt die Voraussetzungen dafür. Um den Informationsaustausch bei Binnenschiffsverkehren zu optimieren, arbeitet die HPA an einer Strategie für ein intelligentes Transportsystem für die Binnenschifffahrt in Hamburg. Darin sollen künftig die Verkehrsdaten der an der Transportkette Beteiligten zusammenlaufen – Fahrplan- und Ladedaten der Binnenschiffe, Verfügbarkeiten der Terminals, Schleusen und Brücken, Pegelstände der Elbe und andere aktuelle Verkehrsinformationen aus dem Oberhafenamt und der Nautischen Zentrale. Durch eine Anbindung des Systems an das Projekt „Smart Port Logistics“ (SPL) könne die gesamte Transportkette auch unter Einbeziehung der Binnenschifffahrt transparenter und effizienter werden. „Wenn man sieht, welche Entwicklung das Thema Binnenschifffahrt in Hamburg genommen hat, dann stimmt das wirklich positiv. Bleibt nur zu hoffen, dass der Bund Schritt hält“, so Zeinert abschließend.

Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Uelzen (WSA Uelzen) wurden 2018 insgesamt 123.605 Standardcontainer (TEU) über den Elbe-Seitenkanal transportiert und damit fast 6000 Boxen mehr als im Vorjahr. 13.956 Güterschiffe transportierten im vergangenen Jahr knapp 9 Millionen Tonnen Ladung über die künstliche Wasserstraße – 2017 waren es 14.786 Schiffe und mehr als 9,6 Millionen Tonnen Ladung gewesen. bek

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