RoRo-Fährschiff „Kopernik“ vor ungewisser Zukunft

Die „Kopernik“ hat möglicherweise ausgedient, Foto: Eckardt
Die polnische Unity Line hat jetzt den Fährbetrieb mit dem 42 Jahre alten RoRo-Fährschiff „Kopernik“ beendet. Das seit elf Jahren zwischen Swinoujscie und Ystad als Frachtfähre verkehrende Schiff mit einer Kapazität von 975 Lademetern steht nun vor einer ungewissen Zukunft.
Die 158 Meter lange „Kopernik“ war das älteste und kleinste Schiff in der Unity-Line-Flotte. Das mit 14.216 BRZ vermessene Schiff war in Norwegen bei der Bergens Mekaniske Værksteder als Eisenbahnfährschiff „Rostock“ für die damalige ostdeutsche Reichsbahn gebaut worden. Dabei handelte es sich um die seinerzeit größte kombinierte Güterfähre der DDR mit einer Passagierkapazität von ursprünglich 36 Personen. Bis 1994 pendelte sie auf der „Königslinie“ zwischen Sassnitz und Trelleborg. Die Be- und Entladung der Eisenbahnfahrzeuge erfolgte dabei jeweils über die Heckrampe. Nach Umbauten auf der Neptun Werft und der Bremerhavener Lloyd Werft Anfang der 1990er-Jahre wurde die Passagierkapazität auf 400 Personen erhöht.
Zwischen 1994 und 1998 kam die „Rostock“ auf der Linie zwischen der Hansestadt Rostock und Trelleborg zum Einsatz und ging 1999 in den Besitz der Reederei Scand lines über. Nach einem weiteren Verkauf an die schwedische Reederei Seawind Line verkehrte sie als „Star Wind“ auf unterschiedlichen Strecken in der Ostsee. Ende 2005 erwarb die estnische Euro Shipping das Schiff, die es für ein paar Jahre als „Virona“ zwischen Sillamäe und Kotka und Paldiski und Kapellskär beschäftigte. Euroafrica Shipping erwarb das Fährschiff im November 2007. Nach einem Umbau in Stettin kam es unter dem Namen „Kopernik“ für Unity Line ab April 2008 zwischen Swinemünde und Ystad wieder in Fahrt. Abgelöst wurde die „Kopernik“ jetzt durch die „Copernicus“. CE/fab