Commerzbank unter Druck

Die Commerzbank dürfte einen verhaltenen Jahresstart erwischt haben.

Das Kreditinstitut legt heute seinen Bericht fürs erste Quartal vor. Analysten rechnen angesichts niedriger Zinsen und fauler Schiffskredite mit einem Gewinnrückgang. Es sei noch zu früh, positive Auswirkungen der neuen Strategie Commerzbank 4.0 zu sehen, sagte Deutsche-Bank-Analyst Benjamin Goy im Vorfeld der Bilanzveröffentlichung.

Analyst Andreas Pläsier von M.M. Warburg erwartet zusätzliche Rückstellungen für Schiffskredite, die die Risikovorsorge im Quartal seiner Ansicht nach auf rund 200 Millionen Euro nach oben treiben dürften. Das wären etwa 50 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die 17 von der Commerzbank befragten Analysten rechnen mit einem Rückgang des Vorsteuergewinns im ersten Quartal von 273 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 182 Millionen Euro. Nach Steuern sehen sie das Ergebnis von 163 Millionen auf 105 Millionen Euro schrumpfen.

Auf der Kapitalseite lassen sich in der Tat Fortschritte ablesen: Die Analysten erwarten im Schnitt eine harte Kernkapitalquote von 12,4 Prozent. Zum Jahreswechsel hatte dieser Wert bei 12,3 Prozent gelegen und Ende März 2016 erst bei 12,0 Prozent. Damit läge dieser wichtige Gradmesser für die Widerstandsfähigkeit einer Bank in schlechten Zeiten deutlich über der selbst gesetzten Marke von mindestens 12,0 Prozent.

Die Aktionäre der Commerzbank hatten die Entwicklung des Instituts im Jahr 2016 auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche scharf kritisiert (THB 5. Mai 2017). Auch Vorstandschef Martin Zielke zeigte sich mit dem Ergebnis „insgesamt nicht zufrieden“, die Bank sei „nicht profitabel genug“.

Die Verluste durch Schiffskredite summieren sich über die vergangenen fünf Jahre auf 2,6 Milliarden Euro. Das Institut rechnet mit weiteren Belastungen. Das Schiffsportfolio hat die Commerzbank seit 2012 von 18,8 Milliarden Euro um rund zwei Drittel reduziert. fab/dpa-afxp

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