Marenave benötigt Sanierungskonzept

Die Marenave Schiffahrts AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr hohe Verluste hinnehmen müssen.

Auf der Basis noch untestierter Zahlen meldet die Reederei für 2015 jetzt ein Minus von 23,7 Millionen Euro. Marenave begründet das Defizit insbesondere mit Abschreibungen auf ihre vier Supramax-Bulker in Höhe von 26,1 Millionen Euro.

Die Umsatzerlöse stiegen um 14,6 Prozent auf 63,4 Millionen Euro, der Reedereiüberschuss verbesserte sich um 6,6 Prozent auf 28 Millionen Euro. Marenave profitierte dabei vom Aufschwung auf den Tankermärkten. Im bislang ungeprüften Einzelabschluss steht unterm Strich jedoch ein Jahresfehlbetrag von 44,3 Millionen Euro. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag beläuft sich auf 26,5 Millionen Euro. Marenave hatte bereits zu Beginn dieses Jahres einen negativen Eigenkapitalwert angekündigt. Die finanzierenden Banken hatten der Reederei daraufhin eine Schonfrist gewährt. Für ihre acht Tanker und Containerschiffe bekam Marenave eine Verlängerung der Sanierungskonditionen. Die Gesellschaften der Schiffe müssen im laufenden Halbjahr insgesamt 10,3 Millionen Dollar weniger von ihren Krediten zurückzahlen als zunächst vereinbart.

Die im April 2013 getroffene Vereinbarung sah eine variable Tilgung vor. Unter Beachtung von Mindesttilgung und Mindestliquidität der Gesellschaften war der Schuldendienst an die operativen Cashflows gekoppelt worden. Ab diesem Jahr sollten dann wieder höhere Quartalstilgungsraten einsetzen. Doch dazu sieht sich Marenave nicht in der Lage. Deshalb verlängerten die Banken die eigentlich ausgelaufenen Konditionen bis zum 30. Juni 2016. Bis zum Ablauf der Frist soll „ein nachhaltiges und alle Finanzierungskreise des Marenave-Konzerns umfassendes Refinanzierungskonzept“ verfasst werden.

Zur Veröffentlichung ihrer vorläufigen Zahlen führt Marenave jetzt aus: „Derzeit ist geplant, den unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 bis Ende April 2016 zu veröffentlichen. Dabei ist noch nicht abschätzbar, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung bis zu diesem Zeitpunkt beenden und den aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss mit einem Bestätigungsvermerk wird versehen können.“ Vor aussetzung dafür sei, dass dem Abschlussprüfer gegenüber nachgewiesen wird, dass die Voraussetzungen für eine Unternehmensfortführung gegeben sind. Für die dafür notwendige Vereinbarung eines Sanierungskonzepts mit den Banken führt Marenave derzeit Gespräche mit den Instituten.

Die Marenave-Flotte besteht derzeit aus sechs Tankern der Panamax- und Handymax-Klasse, vier Supramax-Bulkern, zwei 1200-TEU-Containerschiffen und einem Autotransporter. fab

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben