Rickmers: Abschreibungen belasten Konzernergebnis
Die Rickmers Gruppe hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem negativen Konzernergebnis abgeschlossen.
Auf Basis vorläufiger Zahlen steht ein Minus von 135,5 Millionen Euro in den Büchern, teilte die Reederei jetzt mit. Im Jahr zuvor war es ein leichtes Plus von 2,1 Millionen Euro. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf Wertberichtigungen auf das Schiffsanlagevermögen zurückzuführen.
Vor Berücksichtigung von saldierten Wertberichtigungen erzielte Rickmers ein Konzernergebnis von 1,3 Millionen Euro – nach vier Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 7,6 Prozent auf 587 Millionen Euro. Das ist insbesondere auf den stärkeren US-Dollar und die Erweiterung der gemanagten Flotte zurückzuführen, die sich von 110 auf 130 Schiffe vergrößerte. Auch Einsparungen trugen dazu bei, dass sich das operative Ergebnis um 20,8 Prozent auf 253 Millionen Euro verbesserte.
Das Segment Rickmers-Linie fokussierte sich 2015 auf die Haupthandelsrouten und eine Anpassung der eingesetzten Flottenkapazität. Dadurch reduzierten sich die Anzahl der durchgeführten Reisen und das transportierte Frachtvolumen gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Millionen auf 1,8 Millionen Frachttonnen. Durch die vorteilhafte Wechselkursentwicklung erzielte das Segment dennoch einen Umsatz von 172 Millionen Euro, der unter dem Vorjahresniveau von 189,5 Millionen Euro liegt.
Für 2016 sieht Rickmers „verschiedene Herausforderungen im Marktumfeld“. Neben einer rückläufigen Umsatzentwicklung, unter anderem aufgrund der Entkonsolidierung eines Joint Ventures mit drei 9450-TEU-Containerschiffen zum 1. Januar 2016, erwartet die Gruppe auch ein „moderat bis deutlich unter dem Geschäftsjahr 2015 liegendes operatives Ergebnis (EBITDA)“.
In den Zielmärkten der Reederei zeichnen sich keine Steigerungen der niedrigen Charter- und Frachtraten ab. Auch die Bedingungen auf den Kapitalmärkten sieht Rickmers als „herausfordernd“. Deshalb hat der Aufsichtsrat der Rickmers Holding AG einem durch den Vorstand beschlossenen Maßnahmenpaket am 4. März 2016 zugestimmt. Zu den geplanten Maßnahmen zählt, sich von schlecht laufenden Schiffen und problematischen Unternehmensbeteiligungen zu trennen, „ausgewählte Bankdarlehen“ zu refinanzieren und die Kosten zu senken.
Wesentliche Bankdarlehen mit einem Volumen von 1,4 Millionen Dollar waren vergangenes Jahr verlängert worden. Außerdem wurde die vorfällige Laufzeitverlängerung eines Teilvolumens dieses Pakets bis in die Jahre 2020 und 2021 im Grundsatz vereinbart. Dabei handelt es sich um Finanzierungsverträge für fünf Containerschiffe mit einer Kapazität von je 13.600 TEU.
Rickmers betont zudem, Kundenbeziehungen „aktiv zu pflegen, um auch künftig Charterverträge frühzeitig zu verlängern“ und die Flotte um Schiffe Dritter zu erweitern. Die Reederei Masterbulk ernannte Rickmers zu ihrem primären Manager für Schiffe Dritter. Den vollständigen Geschäftsbericht 2015 veröffentlicht Rickmers am 30. März 2016. fab
