Ab 2016 Rabatt für LNG-betriebene Schiffe

Bremen will die Zukunft seiner maritimen Standorte durch nachhaltige Entwicklung sichern, Foto: bremenports
In seinem jetzt veröffentlichten „Nachhaltigkeitsbericht 2014“ macht der öffentliche Hafendienstleister bremenports deutlich, dass er Erfolg nicht nur nach Umschlagzahlen und Marktanteilen misst, sondern auch nach ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit.
Auf 96 Seiten informiert der Report über aktuelle Entwicklungen – von den Investitionen in den Ausbau der Hafeninfrastruktur über den sensiblen Umgang mit belastetem Hafenschlick bis hin zu den Angeboten, mit denen die Hafengesellschaft den Beschäftigten familienfreundliche Arbeitsbedingungen bieten möchte.
„Wir wollen die Zukunft der maritimen Standorte Bremen und Bremerhaven sichern“, sagt der Hafensenator Martin Günthner. „Dafür setzen wir auf eine nachhaltige Entwicklung – wirtschaftlich, ökologisch und sozial.“ Und bremenports-Geschäftsführer Horst Rehberg ergänzt: „Energiemanagement und Klimaschutz bilden einen Schwerpunkt unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir wollen den Energieverbrauch der Infrastruktur mit ihren Schleusen, Brücken und Bahnanlagen ebenso senken wie den Verbrauch im Unternehmen bremenports.“
Dass das bereits funktioniert, belegt der Report. So sank der Gesamtverbrauch in diesen Bereichen 2014 um 7,5 Prozent auf etwa 18 Millionen Kilowattstunden. Die damit verbundenen Kohlendioxidemissionen lagen 2012 bei 3740 Tonnen. 2014 waren es nur noch 2993 Tonnen.
Auch der Fuhrpark von bremenports trägt zur Senkung der Emissionen bei. Werden neue Fahrzeuge angeschafft, müssen diese möglichst wenig Treibstoff verbrauchen. Für innerstädtische Fahrten stehen den Beschäftigten zudem E-Fahrzeuge und E-Bikes zur Verfügung. Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Seit 2012 wurden die Treibhausgasemissionen des Fuhrparks um 37 Tonnen CO
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gesenkt (minus 15 Prozent). Klimaschonend wirken sich auch zwei Photovoltaik-Anlagen von bremenports aus, die Strom ins öffentliche Netz einspeisen. „Um noch bessere Effekte zu erzielen, wollen wir den Anteil von Ökostrom am Gesamtstromverbrauch weiter steigern“, sagt Rehberg. Dieser Anteil liegt aktuell bei 88,4 Prozent.
Um einen Beitrag für weniger Emissionen in der Seeschifffahrt zu leisten, hat die Freie Hansestadt Bremen Anfang 2012 den Umweltindex ESI eingeführt: In jedem Quartal können die Reeder für 25 emissionsarme Schiffe mit den besten ESI-Werten Rabatte bei den Hafengebühren beanspruchen. Ab 2016 wird es einen zusätzlichen Rabatt für Schiffe geben, die umweltschonend mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden.
„Die bremischen Häfen haben bereits auf die Umweltkarte gesetzt, als Nachhaltigkeit noch kein Megathema war“, sagt Günthner. „Den Anfang machte im vergangenen Jahrzehnt das von bremenports entwickelte Greenports-Konzept. Es wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei spielt der ökologische Ausgleich für Eingriffe in den Naturhaushalt, die mit Hafenbaumaßnahmen verbunden sind, eine wesentliche Rolle.“
Dementsprechend betreute bremenports 2014 insgesamt 48 Hafen-Kompensationsflächen in Bremen, Bremerhaven und dem niedersächsischen Umland, deren räumliche Ausdehnung rund 30 Prozent der Gesamthafenfläche beträgt.
„Gleichzeitig“, so der Hafensenator, „werden auch die sozialen Nachhaltigkeitsaspekte immer wichtiger: Wer die Zukunft des Hafens sichern will, muss den Beschäftigten nicht nur zukunftssichere, sondern auch attraktive Arbeitsplätze bieten.“
Um die Beschäftigten langfristig an bremenports zu binden und ihr Fachwissen zu stärken, wurde daher jeder Mitarbeiter 2014 durchschnittlich 17 Stunden weitergebildet. Außerdem versucht man, junge Menschen frühzeitig für den Hafen und für bremenports zu interessieren. „Unsere Ausbildungsquote haben wir mittlerweile auf 10,5 Prozent erhöht“, so Rehberg.
Gleichzeitig fühlt sich bremenports der Vereinbarkeit von Beruf und Familie verpflichtet. Rehberg: „Viele Beschäftigte nutzen flexible, auf den Einzelfall zugeschnittene Arbeitszeitregelungen. Vermehrt wird bei uns auch von zu Hause aus gearbeitet.“ bre
