Ärger um Rotterdams Hafen-Umweltzone

Es gibt Ärger mit der seit Anfang 2015 geltenden Umweltzone auf den beiden Maasebenen 1 und 2 im Rotterdamer Hafen.

Das berichtet die THB-Schwesterpublikation Nieuwsblad Transport (NT) in ihrer aktuellen Printausgabe. Der Anlass: Die Einhaltung der mit der Umweltzone verbundenen strengen Emissionsauflagen – Lkw, die die Containerterminals auf den beiden Maasebenen (Maas vlakte, MV) ansteuern, müssen mit besonders sauberen Euro-6-Motoren ausgerüstet sein – wird bislang nur unzureichend kontrolliert. Die Zone gilt für zentrale Bereiche der wichtigen Rotterdamer Hafenautobahn A 15 (siehe Foto), die an den Terminals auf der Maasvlakte 1 und 2 beginnt beziehungsweise endet. Die unzureichende Kontroll- und damit auch Ahndungsintensität beobachtet die Vereinigung der Seecontainer-Transport-Unternehmer (Vereniging van Zeecontainervervoerders, VZV). Die Interessenplattform ist ihrerseits Teil des niederländischen Güterkraftverkehrs- und Logistikverbandes TLN in Zoetermeer bei Den Haag. VZV-Vorsitzender Bert van der Heijden, selbst Transportunternehmer, spricht von ungezählten täglichen Verstößen gegen die Umweltschutzauflagen, und zwar sowohl durch niederländische als auch durch gebietsfremde Lkw. So werde „mit zweierlei Maß gemessen“ und würden zudem all jene Unternehmen „bestraft“, die rechtzeitig in neue, saubere Lkw investiert hätten und dies in ihre Gesamtkalkulation mit einpreisen müssten. Da ihre Angebote damit teurer ausfielen, würden diese Firmen im harten Wettbewerb Transportaufträge verlieren.

Zum Hintergrund: Wie im Seehafenhinterlandverkehr der deutschen Seehäfen sind auch in den Niederlanden im Allgemeinen und in Rotterdam im Besonderen sehr viele Trucker aus Mittel- und Osteuropa unterwegs, die reichlich Gebrauch von den EU-Kabotagefreiheiten machen und dabei in der Regel deutlich günstiger anbieten als ihre niederländischen Mitbewerber. Der VZV fordert von der für die Einhaltung der Umweltzonen-Auflagen zuständigen Stadtgemeinde Rotterdam jetzt ein hartes Durchgreifen und intensive Kontrollen, um Wettbewerbsgleichheit im Verkehr von und nach den Maas ebe nen herzustellen. Die Emissionsschutzauflagen sind Teil eines Gesamtpakets, das seinerzeit im Zusammenhang mit der Planung der Maasebene 2 geschnürt wurde. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass der Lkw-Anteil am Modal Split bis 2030 zugunsten von Bahn und Binnenschiff sinken soll. Dennoch bleibt das Straßenverkehrsaufkommen dauerhaft hoch: Bis 2035 rechnet man im Wechselverkehr mit der MV 2 täglich mit bis zu 29.100 Fahrzeugen, davon zwei Drittel nur Lkw-Verkehr.

Auch das gehört zu den Beobachtungen der VZV: Statt die A 15 zu nutzen, weichen Trucker vermehrt auf andere Straßen aus, allen voran die Nationalstraße 15 (N 15).Nationalstraßen entsprechen dabei den deutschen Bundesstraßen. Das Rotterdamer Lkw-Emissions-Modell hatte seinerseits auch die Grünen in Hamburg inspiriert, im Elbehafen etwas Vergleichbares einzuführen. EHA

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