Antwerpen als Perishable-Champion

Wertschöpfungsintensiv und deswegen für Häfen sehr interessant: Frucht-Umschlag aus einem Reefer-Carrier, Foto: Hafen Antwerpen
Der Hafen Antwerpen erkennt im wertschöpfungsintensiven Markt für „temperaturgeführte Erzeugnisse“ große Möglichkeiten und will sich in den kommenden Jahren als „Europas Perishable-Hafen Nummer eins“ qualifizieren.
Über diese Zielsetzung informierte jetzt der Städtische Hafenbetrieb (SHA). Schon jetzt verfüge der Scheldehafen über eine ideale Ausgangsposition, betonte Ingrid Vanstreels, Key Accountmanager Shippers & Forwarders, bei Port of Antwerp. Sie verweist auf inzwischen vorliegendes ausführliches Zahlenmaterial aus dem abgelaufenen Geschäfts- und Umschlagjahr 2019 zum Segment „temperaturgeführte Ladung“.
Zur Einordnung: Bei einem Gesamtumschlag von 11,86 Millionen TEU (plus 6,8 Prozent) im aktuellen Berichtsjahr entfielen auf „Perishable“-Verkehre nach SHA-Erhebungen exakt 871.757 TEU. Das entspricht einem Zuwachs von gut 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumschlag des ARA-Hafens belief sich 2019 auf gut 238 Millionen Tonnen und damit 1,2 Prozent mehr als 2018. Damit hatte der Scheldehafen im siebenten Jahr in Folge beim Seegüterumschlag zulegen können.
„Das starke Wachstum“ (O-Ton) bei mit einem besonderen logistischen Aufwand zu begleitenden temperaturgeführten Erzeugnissen führt der SHA auf verschiedene Einflüsse zurück. Ein wichtiger Grund ist für Ingrid Vanstreels dieser: „Bei den fünf wöchentlichen Reefer-Linienverkehren im Fahrtgebiet Südamerika ist Antwerpen in vier Fällen der erste europäische Anlauf- und damit Löschhafen in Europa.“ Der südamerikanische Kontinent wiederum gilt für Europa wiederum als der mit Abstand bedeutendste Bezugsmarkt für „Perishables“, also von Früchten über Obst und Gemüse, aber auch Fisch und Fleisch.
Der Hafen Antwerpen hat nach eigener Überzeugung zudem eine interessante, vielseitige und auch leistungsstarke Service-Infrastruktur rund um diese Gütergruppe zu bieten. Dazu gehören aus Sicht der Hafenverwaltung auch das Veterinär- und Einfuhramt sowie die Zollverwaltung. Die verschiedenen Abläufe sind auf einer entsprechenden Internet-Plattform, kurz „ViSiGiP“-Plattform, zusammengeführt worden. Die seit Jahren erfolgten Anstrengungen auf dem Gebiet der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen zeigten inzwischen Wirkung, betont der SHA weiter.
Zum Vorteil gereiche dem Scheldehafen bei diesen in der Regel eilbedürftigen Gütern die sehr guten Anbindungen an die wichtigen Verbrauchermärkte im europäischen Hinterland über die unterschiedlichen Verkehrsträger. EHA
