Antwerpen fordert Umdenken

Der Hafen Antwerpen fordert einen „mentalen Wandel zugunsten staufreier Alternativen für den Transport“. Insbesondere vor dem Hintergrund potenzieller Störungen im Straßenverkehr während der jetzt beginnenden Maßnahmen zum Ausbau der Oosterweel-Verbindung gewinnen diese Mobilitätsalternativen an Bedeutung, teilte die Antwerp Port Authority mit. Alle Anstrengungen müssten sich auf mehr Binnenschiffs- und Schienenverkehr konzentrieren, betont die Hafenbehörde. Sie ruft dazu auf, die Möglichkeiten zum Nachttransport auf der Straße zu nutzen.

Antwerpen hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil des Binnenschiffsverkehrs bis 2030 von derzeit 38 auf 42 Prozent zu erhöhen. Das bedeutet, vier Prozent des aktuellen Transportvolumens von der Straße auf die Wasserstraße zu bringen. Binnenschiffe sollen jeweils die maximal mögliche Anzahl von Containern transportieren. Mit der Einführung einer Mindestanlaufgröße von 30 Containern pro Binnenschiff soll die Zahl der Lkw auf dem Antwerpener Ring deutlich gesenkt werden.

Der Anteil der auf der Schiene beförderten Güter soll sich am Standort bis 2030 von 7 auf 15 Prozent erhöhen. Die Bahnkapazitäten sollen effizienter und flexibler genutzt werden, etwa durch eine „Konsolidierung der auf der Schiene beförderten Mengen“, vereinfachte Vorschriften und ein Pilotprojekt für digitalen Informationsaustausch zwischen Bahnbetreibern und Terminals.

In einem weiteren Pilotprojekt geht es um den Nachtbetrieb. Für drei Monate werden die Containerterminals am rechten Ufer der Schelde auch nachts geöffnet sein. Das gilt bereits für die Terminals und Depots am linken Scheldeufer. Bei planmäßigem Verlauf soll eine zweijährige Umsetzungszeit folgen. fab

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