Antwerpen will „Heimathafen“ für NRW sein

In diesem Bundesland schlägt auch im Post-Montan-Zeitalter weiter ein starkes Industrieherz für Deutschland und Europa: Nordrhein-Westfalen. Das bevölkerungsreichste Bundesland ist auch für seine direkten Nachbarn im Westen, den Niederlanden und Belgien, von großer Bedeutung.

Beide Benelux-Staaten buhlen um die Gunst der NRW-Landesregierung in Düsseldorf und der Wirtschaft im Land. Zu Wochenbeginn kamen jetzt die Belgier zum Zug. Im Rahmen der 1. Flämischen Woche wurde in vielen Gebieten der Schulterschluss gesucht. Das Spektrum reicht vom Verkehrssektor über die Chemie und Energie, die Bildung und das große europäische Thema Integration. Ein zentraler Pfeiler in diesem Gesamtgebilde ist der Hafen Antwerpen, die Nummer zwei in Europa nach Rotterdam. Unter dem Motto „Hafen Antwerpen – Heimat- und Seehafen für Nordrhein-Westfalen“ hatte die Antwerpener Hafengemeinschaft die Akteure und Partner aus dem Transport- und Logistiksektor, der verladenden Wirtschaft und der Landespolitik nach Düsseldorf geladen.

Ein Höhepunkt des Fachprogramms war dabei die Podiumsdiskussion, an der unter anderem Antwerpens neuer CEO, Jacques Vandermeiren, und Hendrik Wüst, NRW-Verkehrsminister (CDU), teilnahmen. Wüst betonte, dass „Antwerpen ein wichtiger Standort für Nordrhein-Westfalens weltweite Import- und Exportverkehre ist“. Auf der anderen Seite profitiere der Westhafen Antwerpen auch vom Potenzial der Binnenhäfen in NRW. Denn sie hätten sich zu starken, trimodal ausgelegten Verkehrsdrehscheiben entwickelt und seien damit „unverzichtbare Partner“ auch für die Rheinmündungshäfen. Mit der im Januar unterzeichneten Kooperationsvereinbarung zwischen NRW und Flandern solle die Partnerschaft weiter gestärkt werden.

Jacques Vandermeiren wies darauf hin, dass NRW „ein starker Industriestandort sowie Ausgangs- und Zielpunkt vieler Wertschöpfungs- und Logistikketten ist, in die der Antwerpener Hafen fest eingebunden ist“. Der Scheldehafen erwarte bis 2030 „einen Anstieg der Güterverkehre auf dieser Relation um mehr als 40 Prozent“. 2017 wurden 72 Millionen Tonnen Güter zwischen Antwerpen und Deutschland transportiert. Davon verbleiben mehr als 50 Prozent in NRW. EHA

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