Baustellenkoordination bleibt Makulatur

Während sich Hambuges Hafenmarketing-Organisation HHM wieder über steigende Umschlagmengen im größten deutschen Seehafen freut, werden die guten Nachrichten durch Berichte über akute Probleme bei den straßenseitigen Zu-und Ablaufverkehren rund um die großen Containerterminals getrübt.

Wie berichtet, sorgen gleich drei Großbaustellen im direkten Umfeld der wichtigen Containerterminals und im Vorfeld des Dauerengpasses neuer Elbtunnel im Zuge der A7 für erhebliche Störungen gerade bei den Lkw-Container-Verkehren zu und von den Box-Terminals. Massiv betroffen dabei: der Marktführer HHLA mit seinem weitgehend automatisiert arbeitenden Container Terminal Altenwerder (CTA).

Für die beiden Oppositionsparteien in der Bürgerschaft, die regelmäßig Stellung zum Geschehen im Hamburger Hafen beziehen, sind die erneuten Störungen Anlass zur besonderen Sorge. „Die Hafenbetriebe funken SOS und auf der Senatsbrücke herrscht offenbar Funkstille“, beklagt Ralf Niedmers, hafenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Für ihn ist es „alarmierend, dass die Verkehrsbehörde die dauerhaften Lkw-Staus in Altenwerder nicht in den Griff kriegt“. Dass sich die Situation jetzt sogar weiter zugespitzt habe, so dass die „HHLA ernsthaft in Erwägung zieht, Containerschiffe zum Entladen an andere Terminals zu verlegen und zum Beladen wieder nach Altenwerder zu verholen, ist dramatisch“, meint Niedmers. Denn die Folgen wären unter anderem „hohe Mehrkosten und zeitliche Verzögerungen“.

Niedmers fordert daher einen Notfallplan und „eine funktionierende Koordination der Baustellen“. Gelingt das nicht, drohe dem Hafen der Verlust von Ladung, internationalem Ansehen und auch Arbeitsplätzen.

Auch FDP-Fraktionschef und Hafenexperte Michael Kruse lässt kein gutes Haar am SPD-Grünen-Senat, dem auch der parteilose Wirtschafts- und Verkehrssenator Michael Westhagemann angehört. Kruse nimmt ebenfalls die Baustellenkoordination aufs Korn, die Westhagemann noch kurz vor Weihnachten 2018 vorstellt und von der er sich bereits im Mai diesen Jahres eine erste positive Wirkung auf die Verkehrsabläufe versprochen hatte. Für Kruse ist klar, dass „die Baustellenkoordination nicht funktionieren kann, solange die HPA und die Verkehrsbehörde weiterhin unabhängig voneinander Verkehrsplanung betreiben“. Dabei hat für den FDP-Politiker „die schwierigste Phase für den Hamburger Hafen noch nicht einmal begonnen“. Denn es stünden in den kommenden Jahren noch zahlreiche Großvorhaben an, zum Beispiel auch der Ersatz für die Köhlbrandbrücke, deren zu geringes Lichtraumprofil bewirkt, dass die größten Box-Carrier den CTA nicht ansteuern können. Kruse weiter: „Auf der Straße schnürt die Tatenlosigkeit des rot-grünen Senats dem Hafen die Luft zum Atmen ab.“ EHA

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