Bürgermeister: JadeWeserPort ausbauen

Der JadeWeserPort wurde am 21. September 2012 eröffnet, Foto: Scheer
Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner hat einen schnellen Ausbau des kriselnden JadeWeserPorts (JWP) angemahnt.
„Die Auslastung wird von ganz alleine kommen. Ich rechne fest damit, dass in den nächsten fünf Jahren die Zwei-Millionen-Grenze bei den Containern überschritten wird“, sagte der CDU-Politiker der „Welt am Sonntag“. Er forderte, die Kapazitäten auf mehr als fünf Millionen Container im Jahr zu verdoppeln.
Deutschlands einziger Tiefwasserhafen ist ein Gemeinschaftsprojekt der Länder Bremen und Niedersachsen, die insgesamt 650 Millionen Euro in den 2012 eröffneten Hafen investiert haben. Der Betreiber Eurogate gab 350 Millionen Euro dazu. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb aber deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Nach Angaben der Zeitung wurden von Januar bis Juni dieses Jahres knapp 200.000 Container im Hafen bewegt, im ersten Halbjahr 2014 waren es nur 40.000. Allerdings liegt die Kapazität bei rund 2,5 Millionen Containern im Jahr. Wagner kann sich dem Bericht zufolge auch einen Hafenausbau mit Hilfe von privaten Geldgebern vorstellen. Niedersachsen lässt derzeit einen Ausbau mit einer Machbarkeitsstudie prüfen.
Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält die Erweiterung für notwendig. „Irgendwann werden wir über einen zweiten Abschnitt nachdenken müssen“, sagte er kürzlich.
Studien stützen das Bild: Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut und die Berenberg Bank errechneten, dass das Seetransportvolumen von 2005 bis 2030 um etwa 125 Prozent zunehmen dürfte. Noch weit stärker würden dabei auf Containerriesen spezialisierte Häfen profitieren.
Doch bisher liegt der JWP weit hinter seinem Plan. 2013, im ersten vollen Betriebsjahr, schaffte er nur ein Zehntel seines Ziels. Auch 2014 waren noch keine drei Prozent seiner Maximalauslastung erreicht. lni/FBi
