BUND zieht gegen „Hafenpassage“ zu Felde

Mit großem Eifer dabei: Zum Projekt „A 26-Ost“ fanden bereits mehrere Informationsabende statt, hier eine Szene aus einer Veranstaltung im Januar 2018 in Hamburg-Wilhelmsburg., Foto: Arndt
Für den Umweltverband BUND bleibt das Infrastrukturvorhaben „Hafenpassage“ oder auch „A 26-Ost“ weiter ein rotes Tuch. Landesgeschäftsführer Manfred Braasch kündigte daher den Start einer Petition an, mit dem Ziel, das Bauvorhaben zu verhindern.
Für die Interessenorganisation geht das Infrastrukturprojekt, das im Kern die Verknüpfung der beiden für Norddeutschland und Nordwesteuropa so wichtigen Verkehrsachsen A 7 (Neuer Elbtunnel) und A 1 (Lübeck/ Vorgelfluglinie) vorsieht, weiter „am Bedarf vorbei“ und schade zudem unterm Strich „dem Klima“, weil zusätzlicher Straßenverkehr ausgelöst werde.
Zudem kritisiert der BUND, dass das Vorhaben – es geht im Wesentlichen um eine knapp zehn Kilometer lange Neubaustrecke – unterm Strich zu teuer sei. Zum Hintergrund: THB-Recherchen zufolge steht derzeit ein Betrag von 1,3 Milliarden Euro im Raum. Doch auch das gehört zum Gesamtbild dazu: Weil die derzeit vorgesehene Trasse an stark verdichteten Wohngebieten vorbeiführen soll, ist schon jetzt vorgesehen, dass dieser sensible Streckenbereich dann als Tunnel angelegt werden soll. Zum sensiblen Bereich gehört dabei die Streckenführung zwischen Hamburg-Kirchdorf sowie der Autobahnanschlussstelle Stillhorn an der A 1. Da in dem Bereich ein sehr schwieriger Baugrund besteht, wird mit einem entsprechend hohen Aufwand gerechnet. Das treibt die Baukosten hoch. Nach Ansicht des BUND entfällt für die „Hafenpassage“ – früher auch „Hafenquerspange“ genannt – auch deshalb „die Rechtfertigungsgrundlage“, weil hier mit veralteten Umschlagprognosen kalkuliert wird. Und: Weil Hamburg auch gleichzeitig die Köhl brandbrücke erneuern oder durch einen Tunnel ersetzen muss (bis 2030, d. Red.) wäre die A 26-Ost auch deshalb überflüssig. Last, but not least: Die Autobahn würde einen „wertvollen Naturraum zerstören“.
Der BUND-Position widerspricht der Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH) durch seinen Präsidenten, Gunther Bonz, entschieden. „Dieses Bauprojekt ist längst überfällig.“ Sowohl die Stadt Hamburg als auch der in ihr verankerte größte deutsche Universalhafen „brauchen den Lückenschluss zwischen A1 und A7, also einen südlichen Autobahnring, dringend“, betonte Bonz. Seit vielen Jahren quäle sich der Verkehr fast täglich durch das südliche Stadtgebiet und den Hafen. Die A 26-Ost, einmal realisiert, werde daher auch für eine klare Entlastung der Verkehrslage im engeren Hamburger Stadtgebiet sorgen.
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der derzeit mit den „Grünen“ über eine Weiterführung der bisherigen Koalition verhandelt, hatte in den zurückliegenden Monaten wiederholt erklärt, dass die A 26-Ost genauso wie das Ersatzvorhaben „Köhlbrandbrücke“ von herausragender Bedeutung und daher keine Verhandlungsmasse sei. EHA
