Dämpfer für Häfen und Handel

Ostuferhafen in Kiel: Bedeutende Ladungsmengen entfallen hier auch auf Russland , Foto: Arndt
Die Verlängerung der EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland als Folge der Ukraine-Krise wird den deutschen Außenhandel treffen – und damit auch die deutschen Seehäfen.
Davon geht Kirill Ulitskiy, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Geschäftsbereich International der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel aus. „Die Verlängerung der Sanktionen wird sich weiterhin negativ auf deutsche Exporte auswirken“, sagte er jetzt. Weitere Negativ-Faktoren für die russische Wirtschaft, wie die starke Rubelabwertung, die sinkende Kaufkraft sowie fallende Ölpreise, belasteten zusätzlich die Exporte nach Russland. Knapp die Hälfte der Mitgliedsunternehmen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) sind nach deren Analyse vor allem von den weitreichenden Finanzsanktionen betroffen. Sie erschweren die Versorgung des russischen Mittelstands mit Kreditmitteln, ergab eine aktuelle Umfrage der AHK. Rund ein Viertel der Befragten spüren die verhängten Handelsbeschränkungen für sogenannte „Dual-Use“-Güter, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Ulitskiy rät den deutschen Unternehmen, dass sie in dieser „schwierigen Zeit den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen“.
Konkrete Auswirkungen zeigen die Sanktionen in zahlreichen deutschen Seehäfen, besonders in Hamburg sowie in verschiedenen Ostseestandorten wie etwa Kiel. EHA
