Deutsche Exporteure steuern Rekordkurs
Deutschlands Exporteure steuern trotz wachsender China-Sorgen auf das zweite Rekordjahr in Folge zu. Mehr als 50 Prozent des gesamten deutschen Außenhandels werden über die deutschen Seehäfen abgewickelt. Nach einem verhaltenen Start ins Schlussquartal legten die Ausfuhren im November zum Vorjahr um kräftige 7,7 Prozent zu. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Nach elf Monaten lag der Exportwert mit 1103,9 Milliarden Euro somit nur noch leicht unter dem Ausnahmejahr 2014, als Auslandskunden Waren „made in Germany“ im Gesamtwert von 1123,7 Milliarden Euro kauften.
Der schwache Euro half den Unternehmen ebenso wie die Erholung der Konjunktur in Europa. Im November zog die Nachfrage aus den EU-Partnerstaaten weiter an – vor allem aus Ländern wie Großbritannien, die nicht der Eurozone angehören.
In die EU gingen im November Waren für 60,7 Milliarden Euro. Das war der Löwenanteil der gesamten deutschen Ausfuhren (102,2 Milliarden Euro) und ein Plus von 9,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Aber auch die Exporte in die lange kriselnde Eurozone erhöhten sich binnen Jahresfrist deutlich um 8,8 Prozent auf 37,8 Milliarden Euro.
Gänzlich abkoppeln von der Schwäche der chinesischen Wirtschaft kann sich die deutsche Wirtschaft nicht. Unter anderem für Maschinen- und Autobauer ist das Land ein wichtiger Absatzmarkt. Seit Mai sind die deutsche Exporte ins Reich der Mitte rückläufig – mit zuletzt zweistelligen Minusraten (Stand Oktober 2015).
Und China ist nicht das einzige Problem, auch andere Schwellenländer wie Brasilien und Russland schwächeln. Zudem steht die Erholung im Euroraum auf wackeligen Füßen. „Die deutsche Exportwirtschaft könnte bald mit zu viel Gegenwind konfrontiert sein, um ihre jüngste Erfolgsgeschichte fortzuschreiben“, warnt ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. dpa/FBi
