DP World baut in Ecuador
Der international tätige Hafenkonzern DP World investiert rund 1,2 Milliarden US-Dollar in dem südamerikanischen Land Ecuador. Die Summe soll in den Bau und den anschließenden Betrieb des ersten Tiefwasserhafens des Landes fließen.
Das Projekt ist umstritten, weil die Regierung von Präsident Rafael Correa keine Bürgerbeteiligung und keine öffentliche Ausschreibung zugelassen hat. Der Hafenkonzern aus Dubai erhält zudem die Konzession, den neuen Hafen in Posorja für die Dauer von 50 Jahren zu betreiben. Bisher ist Posorja ein Fischerort, rund 120 Kilometer von der Provinzhauptstadt Guayaquil entfernt. Zu dem Ort zählen – verteilt auf mehrere Dörfer – rund 15.000 Einwohner. Die Arbeitslosenrate liegt bei 60 Prozent. Die Regierung in Quito erhofft sich von der DP-World-Investition die Schaffung von Jobs. Umweltschützer und Ökonomen warnen jedoch vor dem Vorhaben, weil die traditionelle Fischerei durch den Tiefwasserhafen vor dem Aus stehe.
„Der Tiefwasserhafen Posorja wird wesentlich zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes beitragen“, sagte Präsident Correa. Die Opposition bemängelt, dass es keine Ausschreibung gegeben habe.
Das Umschlagvolumen soll bei jährlich etwa 2,5 Millionen TEU liegen. Posorja soll nicht in Konkurrenz zu den vier großen Häfen des Landes – Balao, Cabo Blanco, Negritos und Tempre – stehen. Offen ist bisher noch die Finanzierung der Hinterlandanbindung in der strukturschwachen Region. pk
