Hafengelderhöhung war „falsches Signal“

Der Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH) warnt den Hamburger Senat im Allgemeinen und die Hamburg Port Authority (HPA) im Besonderen vor weiteren Entgelt erhöhungen.

Darauf weist UVHH-Präsident Gunther Bonz im jetzt vorgelegten Jahresbericht des Hafenarbeitgeberverbandes hin. Dessen Mitgliederversammlung findet allerdings erst am 23. November in der Elbmetropole statt. Der UVHH nutzt den aktuellen Jahresbericht nachträglich zu deutlicher Kritik an der zu Jahresbeginn wirksam gewordenen Hafengelderhöhung. Vor dem Hintergrund der „noch immer nicht realisierten Fahrrinnenanpassung sowie weiterer Unsicherheiten des Infrastrukturausbaus“ hält der Verband die Erhöhung des Hafengeldes für ein „falsches Signal“. Auch Überlegungen, die für die Nutzung der HPA-eigenen Hafengleise in Rechnung gestellten Trassenpreise zu erhöhen, sind für den UVHH nicht vorstellbar. Denn genau das sei „kontraproduktiv für die Wettbewerbsfähigkeit der Hinterlandanbindungen des Hafens“. Dabei gehörten die Hamburger Trassenpreise „schon heute“ zu den höchsten in ganz Europa, unterstreicht der Verband. Ein weiteres Drehen an der Preisschraube werde zum Verlust von Ladungsverkehren führen. An die Adresse der HPA gerichtet lautet daher die UVHH-Empfehlung: „Die diesbezüglich berechtigten kritischen Stimmen von Bahnexperten sollten den Verantwortlichen eine Warnung sein.“ Angesichts der großen Bedeutung des Verkehrsträgers Bahn im Seehafenhinterlandverkehr fordert der Unternehmensverband erneut den raschen Ausbau der Bahnstrecken ins Binnenland.

Mit kritischen Anmerkungen spart der UVHH auch nicht beim Thema Olympische Sommerspiele 2024/2028. Für den Verband steht und fällt die Akzeptanz in der Hafenwirtschaft mit der klaren Zusage des Senats, dass der für den Bau der geplanten Spielstätten benötigte Kleine Grasbrook „ausschließlich im Falle eines Olympia-Zuschlags für andere Zwecke als den Hafen betreffende genutzt wird“. Sollte Hamburg nicht den Zuschlag für die Spieledurchführung erhalten, dann „muss der Kleine Grasbrook im Hafengebiet verbleiben und weiterhin für Hafenzwecke genutzt werden“. EHA

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