Hafenluft belastet Hamburg erheblich

Auf die Hafen- und Logistikwirtschaft in Hamburg kommen erhebliche finanzielle Belastungen zu, damit wesentliche Ziele des neuen Luftreinhalteplans des SPD-Grünen Senats erfüllt werden können.

Dieser Rückschluss ergibt sich aus dem am Dienstag im Rathaus durch Umweltsenator Jens Kerstan vorgelegeten Aktionsplan. Das entscheidende Ziel des als Ergebnis „eines enormen Kraftaktes“ (Kerstan) behördenübergreifend erarbeiteten Rahmenwerks sei, „dass zehntausende Menschen absehbar aufatmen können“, so der Umweltsenator. Im Besonderen will der Senat erreichen, dass die gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid-Belastung (NO2) deutlich gesenkt wird. Kerstan unterstrich wiederholt, „dass die Hintergrundbelastung aus dem Hafen an einigen Straßen am Nordufer der Elbe ein erhebliches Problem für die Luftqualität ist“. Namentlich erwähnt wurden dabei die Palmaille, die Große Elbstraße und der Bereich Neumühlen. Hier trage Hafenhintergrund laut Modellrechnung mittlerweile zu rund 80 Prozent zur NO2-Belastung bei. Kerstan weiter: „Mit Verkehrsmaßnahmen allein lässt sich der Grenzwert nicht einhalten.“

Die wesentlichen Ansatzpunkte sind vielfältig.

Erstens: Für den Container Terminal Burchardkai (CTB) der HHLA sollen in einer ersten Stufe vier sogenannte „Power packs“ beschafft werden. Kerstan: „Dafür sollen auch Bundesmittel in Anspruch genommen werden.“

Zweitens: Für die Terminals CTA (HHLA) sowie Eurogate im Waltershofer Hafen sollen Landstromanlagen gebaut werden.

Drittens: Die Schifffahrt muss sich auf ein Bonus-/Malus-System beim Hafengeld einstellen. Frachter mit einer schlechten Umweltbilanz werden dabei höher belastet.

Viertens: Die Elektrifizierung der Hafenbahn soll forciert werden, zudem Diesel-Loks mit Abgasreinigungssystemen nachgerüstet werden.

Fünftens: Für den Einsatz im Hafen sollen Lkw mit Euro-6 über ein Anreizsystem gefördert werden. Der Luftreinhalteplan wird jetzt vom 8. Mai bis 8. Juni öffentlich ausgelegt. Stellungnahmen sind bis zum 23. Juni möglich. Ende Juni soll der Plan dann in Kraft treten und schrittweise umgesetzt werden. EHA

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