Hafenpolitiker in Sorge um Hamburgs Ruf

Als die „Queen Mary 2“ am 19. Juli 2004 als großes, mediales Ereignis erstmals den Hamburger Hafen anlief, konnte sie am Anleger Grasbrook noch problemlos anlegen; zwölf Jahre später ist das nicht mehr möglich, weil die Wassertiefe vor Ort unzureichend ist, zur großen Entrüstung von Hafenpolitikern.

Wie berichtet, muss die „QM 2“ mit ihren knapp zehn Meter Tiefgang nunmehr ans neue Kreuzfahrtterminal auf Steinwerder, kurz „CCS“, ausweichen. Ralf Niedmers, Fachsprecher innerhalb der CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, lässt derzeit kein gutes Haar am SPD-Grünen-Senat, aber auch an der Hamburg Port Authority (HPA): „Was wir derzeit im Hamburger Hafen erleben, ist ein erneutes Totalversagen des rot-grünen Senats in der Schlick-Krise.“

Anstatt die Erreichbarkeit der bestehenden Kreuzfahrtterminals sicherzustellen und das Fahrwasser dafür von den Schlickmassen zu befreien, plane der Senat inzwischen „lieber ein viertes Kreuzfahrtterminal“. Für Niedmers ist es geradezu „abenteuerlich, wie Rot-Grün die eigene Unfähigkeit im Sediment management mit nun plötzlich auftretenden Verunreinigungen des Schlicks zu erklären versucht“. Tatsache sei doch, dass „die Verantwortlichen seit über zwei Jahren die Probleme nicht in den Griff bekommen und stattdessen von einem Desaster ins nächste schlittern“. Der CDU-Hafenfachmann sorgt sich angesichts der Häufung von Negativschlagzeilen in den Medien vor allem „um den Ruf des Hamburger Hafens“. Für Niedmers steht daher fest: „Hamburg braucht nun endlich eine effektive Schlickbaggerung und Schlickentsorgung.“ Die Sedimentthematik ist für Hafen- und Wirtschaftsexperten aus dem Kreis der Oppositionsparteien in der Bürgerschaft jedenfalls nicht der einzige Aufreger. FDP-Hafen-Obmann Michael Kruse vermisst so etwas wie einen klaren Kurs. Vor allem drängt er auf Klarheit bei der Neuausrichtung im (ehemaligen) „Mittleren Freihafen“. Kruse weiter: „Die Entwicklung von Steinwerder ist eines der wichtigsten Projekte im Hamburger Hafen. Das derzeit verbreitete Konzept des Senats ist Ausdruck einer völlig verunsicherten und unambitionierten Hafenentwicklung.“ EHA

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