„Hamburg setzt neuen IAPH-Standard“

Faszination Schifffahrt: Teilnehmer der Hafenexkursion fotografierten eifrig die 2011 gebaute „CMA CGM Nevada“ am HHLA-Terminal CTB

Hamburgs Antwort auf das wachsende Cruise-Geschäft – der neue „CC 3“ auf Steinwerder. Er geht morgen ans Netz

Futuristisch: Landstrom am „CC 2“


„Hamburg hat in der Geschichte des Welthafenverbandes IAPH einen neuen Standard gesetzt.“
Davon zeigte sich am Freitag Jens Meier, Chef der Hamburg Port Authority (HPA), mit dem Ausklingen der 29. Welthafenkonferenz gegenüber dem THB überzeugt. Insgesamt 948 Experten aus der globalen maritimen Verbundwirtschaft hatten sich in der vergangenen Woche zu der Veranstaltung eingefunden, die mit einem zeitlichen Abstand von 30 Jahren zum zweiten Mal im größten deutschen Universalhafen abgehalten wurde.
Formaler Schlusspunkt der Konferenz war ein Gala-Dinner am Donnerstagabend in der Fischauktionshalle. Zuvor standen die Themen Schiffsgrößenentwicklung, Luftreinhaltung in den Häfen, intelligente Verkehrssteuerung mittels „smartPort“-Lösungen und Kreuzschifffahrt im Mittelpunkt verschiedener Workshops sowie Fachexkursionen. Hier präsentierte sich im Beisein der beiden HPA-Geschäftsführer, Jens Meier und Wolfgang Hurtienne, auch der neue IAPH-Präsident, Santiago Garcia-Milà, CEO des Hafens Barcelona. Der Spanier war bis dahin IAPH-Vizepräsident. Er wurde zudem im November 2014 in seinem Amt als Chairman der European Ports Organisation (ESPO) bestätigt.
Meier sagte weiter, Hamburg habe die Gäste auch deshalb beeindruckt, weil man nicht nur einfach „Folien gezeigt und über Visionen gesprochen habe“, sondern dass man den Konferenzteilnehmern konkrete „Hamburger Lösungen“ zu Themen präsentieren konnte, die auch in den Häfen der Konferenzbesucher ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Der HPA-Chef führte dazu zwei Beispiele an: Zum einen die neuen Landstrom-Ansätze, nämlich die von Becker Marine Systems entwickelte und finanzierte Mobillösung „LNG Power Barge“ und die stationäre Landstromeinrichtung m Cruise Center Altona (CC 2). Diese Anlage wird nach THB-Informationen jetzt im Laufe des Augusts offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Einen ersten Eindruck wie das neuartige, hochautomatisierte System in wenigen Wochen arbeiten wird, konnten jene IAPH-Konferenzteilnehmer gewinnen, die am Freitagmorgen im Rahmen einer ausführlichen, von HPA-Chef Meier und Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) fachkundig begleiteten Rundfahrt durch den Hafen an Bord des Ausflugsschiffes „Hanseatic“ gewinnen. Auf der Pier des „CC 2“ war das ansonsten in einer Spezialgarage untergebrachte Fahrzeug zu sehen, in das wiederum das Kabelübergabe-Modul integriert ist. Künftig wird es die Landstromverbindung zwischen Terminal und Schiff binnen weniger Minuten herstellen. Das an einen Mini-Bagger erinnernde Gefährt war eines der begehrtesten Fotomotive der Gäste.
Auch aus Sicht von Wirtschaftssenator Frank Horch war der Welthafenkongress ein voller Erfolg. Es sei gelungen, den Teilnehmern aufzuzeigen, dass es sehr wohl möglich ist, „Wirtschaft, Hafen, eine saubere Umwelt und ein attraktives Lebensumfeld für die Menschen“ miteinander in Einklang zu bringen. Auf der anderen Seite bringe eine solche Konferenz auch viele gute Ideen aus anderen Staaten mit. Horch: „Denn wir müssen immer wieder bedenken: Auch die Anderen schlafen nicht.“
Nach Hamburg wird die nächste Konferenz in zwei Jahren in Indonesien ausgerichtet, und zwar in Denpasar auf Bali. EHA
