Hamburger Hafen bereit für 5G

5G kann künftig dazu beitragen, Lkw schneller und sicherer durch das Hafengebiet zu lotsen, Foto: HPA/Andreas Schmidt-Wiethoff
Der Feldversuch zum Einsatz des neuen Kommunikationsstandards 5G im Hamburger Hafen ist erfolgreich abgeschlossen worden.
Von Januar 2018 bis Juni 2019 hatten Hamburg Port Authority (HPA), Deutsche Telekom und Nokia die industrielle Einsatzfähigkeit der Zukunftstechnologie auf einem rund 8000 Hektar großen Areal getestet.
„Durch die gesammelten Erfahrungen haben wir im Hamburger Hafen jetzt einen deutlichen Technologievorsprung. Wenn 5G offiziell startet, wären wir bereit, hier auch komplexe Anwendungen umzusetzen“, sagt HPA-Projektleiter Hendrik Roreger. Die künftige Abdeckung mit dem 5G-Signal im Hafen würde durch die Mobilfunkprovider erfolgen.
Das Hauptaugenmerk beim Projekt im Hamburger Hafen lag auf dem neuen Technologiekonzept „Network-Slicing“. Unter 5G soll es künftig nicht mehr „das eine Netz“ geben, sondern parallel betriebene, virtuelle Netze auf Basis einer gemeinsamen Infrastruktur. Die Projektpartner konnten nachweisen, dass komplexe mobile Anwendungen aus dem industriellen Bereich mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen in einem einzigen Netz zuverlässig funktionieren.
Getestet wurden drei Anwendungsfälle im Hafen mit unterschiedlichen Anforderungen an ein Netz: Zum einen installierten die Partner Sensoren auf drei Schiffen der HPA-Tochter Flotte Hamburg GmbH & Co. KG. Diese Sensoren liefern Bewegungs- und Umweltdaten in Echtzeit aus großen Teilen des Hafengebiets. Zweites Beispiel: Das Port Road Management Center der HPA steuert über eine Ampel, die an das Mobilfunknetz angebunden ist, aus der Ferne die Verkehrsströme im Hamburger Hafen. Dies soll unter anderem dazu beitragen, Lkw schneller und sicherer durch das Hafengebiet zu lotsen. Beim dritten Anwendungsfall wurde die schnelle Verfügbarkeit hoher Datenmengen getestet: Mithilfe des 5G-Standards werden 3D-Informationen an eine Augmented-Reality-Anwendung übertragen. Durch die 3D-Brille können Wartungsteams vor Ort zusätzliche Informationen wie Gebäudedaten abrufen oder interaktive Unterstützung erhalten.
„Das Testfeld im Hamburger Hafen ist für uns extrem wertvoll, um praktische Erfahrungen mit 5G zu sammeln“, sagt Antje Williams, Senior Vice President 5G Campus Networks der Deutschen Telekom. Gerade die Industrie und auch die Logistikbranche würden von 5G als starkem Hebel für eine Vielzahl von Anwendungen profitieren. „5G wird zu einer kritischen Infrastruktur werden und die Industrie verändern“, ergänzte Christoph Schmelz, Nokia-Projektleiter und Gesamtprojektleiter des Forschungsprojekts 5G-MoNArch (5G Mobile Network Architecture for diverse services, use cases, and applications in 5G and beyond). bek
