HHLA durch Covid-19 gefordert

Volles Schiff, voller Terminal: Ein solches Bild ist als Folge von Covid-19 bis auf Weiteres nicht zu erwarten, Foto: Arndt

Angela Titzrath: „Herausforderung von bisher nie dagewesener Dimension.", Foto: HHLA
In die Gruppe der Unternehmen, die ihre bereits vor Monaten erstellten Umsatz-, Ergebnis- und auch Investitions-Planungen von jetzt auf gleich als Folge der Coronavirus-Seuche anpassen müssen, reiht sich auch die Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) ein.
Der Konzern-Vorstand hatte bereits in der vergangenen Woche eine sogenannte „Gewinnwarnung“ an seine Aktionäre herausgegeben und einen Einbruch bei Umsatz und Ergebnis für 2020 angekündigt. Am Mittwoch präsentierte Konzern-Chefin Angela Titzrath nun das Jahresergebnis für 2019 in Hamburg. Doch anders als sonst üblich, musste Titzrath das umfangreiche Zahlenwerk, ergänzt um weitere Aussagen zum Geschäftsverlauf, Investitionen und anderen Themen, im Rahmen einer Telefon-Presse-Runde präsentieren. Eine Präsenz-PK musste aus Sicherheitsgründen entfallen.
Dabei stellte Titzrath gleich zu Beginn für den von ihr geführten Konzern fest: „Die HHLA hat in ihrer 135-jährigen Geschichte bereits viele Krisen gemeistert. Die Erschütterungen des Wirtschaftslebens infolge der Corona-Pandemie bedeuten jedoch auch für uns eine Herausforderung in einer bisher nie dagewesenen Dimension.“
Es komme daher jetzt erst recht darauf an, sich der „Verantwortung als Dienstleister für die Industrienation Deutschland bewusst zu sein“. Man werde daher „mit Umsicht und Besonnenheit konsequent die Maßnahmen umsetzen, die notwendig sind, um die HHLA durch diese herausfordernde Zeit zu steuern“, versicherte Titzrath, die seit 2017 an der Spitze des Hafen- und Logistik-Konzerns steht. Auch das stellte sie klar: „An unseren langfristigen Zielen halten wir ungeachtet der veränderten Rahmenbedingungen fest.“
Für das laufende Jahr aber werde der mit Abstand größte Hamburger Hafen-Dienstleister „die massiven Umschlagrückgänge“ als Folge des Coronavirus auch im weiteren Verlauf des Jahres nicht mehr aufholen können. Sie wies darauf hin, dass etwa im Zuge des für Wochen erfolgten Herunterfahrens der Produktion in China in den nun folgenden Wochen einfach weniger Schiffe aus China den Hamburger Hafen im Allgemeinen und die HHLA-Terminals im Besonderen ansteuern würden. Damit nicht genug: Diese Box-Carrier werden nur teilabgeladen sein. Das auch deshalb, weil die Reedereien nur so halbwegs sicherstellen konnten, dass ihre bereits stark unter Druck stehenden Fahrpläne nicht noch umfassender durcheinandergewirbelt werden.
2019 bewertete Titzrath indes als erfolgreiches Geschäftsjahr. Der Konzernumsatz verbesserte sich um 7,1 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) des Konzerns wuchs um 8,3 Prozent auf 221,2 Millionen Euro.
An den Terminals wurden 2019 insgesamt 7,6 Millionen TEU umgeschlagen, ein Plus von 3,3 Prozent.
Stimmt die Hauptversammlung am 10. Juni dem Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand zu, dann soll eine Dividende von 70 Cent je dividendenberechtigter A-Aktie (Vorjahr: 0,80 Euro) gezahlt werden. EHA/dpa
