Industrie braucht sichere Energieversorgung

Schleswig-Holsteins größtes Gewerbegebiet: der ChemCoast Park in Brunsbüttel, Foto: Brunsbüttel Ports

Zum 2. Industriepolitischen Forum konnten Frank Schnabel (kl. Bild, rechts) und Uwe Polkaehn (links) hochkarätige Referenten begrüßen, so auch Kurt-Christoph von Knobelsdorff (Mitte), Foto: Arndt
Die Industrieunternehmen im Unterelbehafen Brunsbüttel unterstreichen die Notwendigkeit einer dauerhaft gesicherten Energieversorgung.
Diese Forderung stand im Mittelpunkt des zweiten Industriepolitischen Forums, zu dem das erst im September durch die Werkleiterrunde des ChemCoast Parks Brunsbüttel sowie den DGB Bezirk Nord gegründete Industriepolitische Bündnis eingeladen hatte. Die Gastgeber, Frank Schnabel (Sprecher Werkleiterrunde) und Uwe Polkaehn (DGB Nord), freuten sich über 70 Teilnehmer aus Wirtschaft und Verwaltung. Das Generalthema „Wind für die Energieintensiven“ wurde von einer Reihe hochkarätiger Redner behandelt, darunter Kurt-Christoph von Knobelsdorff, stellvertretender Staatssekretär und Leiter der Abteilung Wirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein, Egbert Biermann, Mitglied im Vorstand der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE, sowie Prof. Dr. Michael Sterner von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg.
Von Knobelsdorff sieht in der Diversifikation der Gasversorgung in Deutschland und Europa eine Chance für den Standort Brunsbüttel. „Wer sich unabhängiger von Pipeline-Gas aus Russland machen will, der muss auf Flüssiggas (LNG) setzen.“ Die Energiestrategie der EU sehe auch genau das vor, betonte von Knobelsdorff. Daher unterstütze die Landesregierung auch die Planungen zur Errichtung eines deutschen LNG-Importterminals in Brunsbüttel. Hier seien die Standortbedingungen „ideal, was uns aktuell auch durch ein Gutachten von Fraunhofer bestätigt wurde“.
Chancen für den Industriestandort Brunsbüttel sieht er auch durch die nächsten Schritte der Energiewende. „Schleswig-Holstein wird Stromerzeugerland. In der Geschichte ist die Industrie immer dahin gegangen, wo die Energie war.“
Auch bei der Nutzung von Überschussstrom durch Umwandlung in Wasserstoff erkennt von Knobelsdorff Potenziale für den Standort. „Wir haben das Know-how und die In frastruktur hier, und mit der chemischen Industrie auch einen großen Wasserstoffverbraucher – ideale Voraussetzungen.“
Prof. Dr. Michael Sterner zeigte auf, wie die Energieversorgung von Industrieunternehmen in Zukunft aussehen könnte. Unter anderem werde dabei die Nutzung von Energiespeichern eine bedeutendere Rolle spielen, so Sterner. EHA
