„JaWePo-Ausbau erst mal kein Thema“

Schiffer: In Wilhelmshaven wurde nur so viel investiert, wie für den aktuellen Betrieb nötig ist , Foto: Patrick Lux
Während Niedersachsens Verkehrs- und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) vor wenigen Wochen bereits über einen weiteren Ausbau des 2012 eingeweihten JadeWeserPorts (JaWePo) öffentlich philosophierte, ist dies für den heutigen Terminal-Betreiber Eurogate kein Thema.
Das stellte Eurogate-Geschäftsführer Emanuel Schiffer in einem heute erscheinenden Interview mit der THB-Schwesterpublikation DVZ (Deutsche Verkehrs-Zeitung) klar. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, da der international tätige Hafenlogistiker heute in Bremen seine Zahlen für 2015 vorliegt.
Schiffer stellt in dem Interview klar, dass er mit der von Minister Lies präsentierten Machbarkeitsstudie zu einer Stufe 2 in Wilhelmshaven nicht glücklich sei. Nicht nur, weil es auch auf absehbare Zeit am europäischen Nordkontinent mehr als ausreichende Umschlagkapazitäten im Containersegment gebe. Man habe an der Jade „nur so viel investiert, wie es für den aktuellen Betrieb notwendig ist. Und angesichts der genannten Überkapazitäten in Deutschland macht es zum jetzigen Zeitpunkt auch überhaupt keinen Sinn, sich über eine Erweiterung in Wilhelmshaven zu unterhalten“, stellte der Eurogate-Chef klar.
Der Terminal-Betreiber wird die Leistungsfähigkeit seiner Terminals in Deutschland noch weiter steigern, und zwar durch eine gut gesteuerte Automatisierung. Schiffer: „Wir haben alle unsere Terminals und alle bestehenden Systeme untersucht und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass die Zeit reif dafür ist, sich mit diesem Trend zu beschäftigen. Bei uns wird die Automatisierung aber nicht in Stahl und Eisen auf das Terminal gegossen, sondern wir wollen die Van Carrier automatisieren, so wie beim automatisierten Fahren. Dazu starten wir nun ein Pilotprojekt mit zwei Containerbrücken und vier Van Carriern, die in diesem Jahr umgebaut werden.“
Hinsichtlich der Umschlagentwicklung konnte sich das Unternehmen am Standort Hamburg dem Abwärtstrend entziehen. Dazu habe unter anderem die Kundenstruktur beigetragen. Sie führe dazu, „dass wir einen relativ geringen Transhipment-Anteil an der Elbe haben. Wir haben Kunden wie China Shipping, Maersk und MSC, die nur sehr wenig oder überhaupt kein Transhipment über Hamburg machen“. Dadurch sei das Unternehmen in Hamburg auch nicht so stark von der Russlandkrise betroffen gewesen. Man habe sich an der Elbe unterm Strich „recht gut geschlagen“. Denn der lokale Anteil, sprich die Im- und Exporte aus Deutschland, sind weiter gewachsen.
Bei seinen verschiedenen Auslandsterminals plant das Unternehmen unter anderem die Erweiterung seiner Anlage in Marokko. EHA
