Jetzt platzt Hamburgs Port-Party

Trotzt allen Zeitenwenden: der Hamburger Michel. Der diesjährige Hafengeburtstag entfällt wegen Covid-19, Foto: Arndt
Krisengespräch im Hamburger Rathaus mit großen Folgen: Die große Party rund um den 831. Hafengeburtstag vom 8. bis zum 10 Mai fällt nun doch buchstäblich ins Wasser.
Diese Entscheidung teilte Hamburgs Erster Bürgermeister, Peter Tschentscher (SPD), dem Standortältesten der Bundeswehr in Hamburg, Kapitän zur See Michael Giss, sowie dem Geschäftsführer der Hamburg Messe und Congress (HMC) GmbH, Bernd Aufderheide, bei einem Spitzengespräch mit. Der entscheidende Grund für diese in den zurückliegenden Jahrzehnten einmalige Entscheidung ist die Coronavirus-Epidemie, deren weiterer Verlauf sich derzeit nicht ansatzweise abschätzen lässt. Zum Hafengeburtstag kommen stets um die eine Million Menschen aus nah und fern. Bei besonders guter Wetterlage liegt diese Zahl sogar noch weit darüber.
Bemerkenswert an der aktuellen Entscheidung ist das: Es war zunächst die Bundeswehr, die als erste der an diesem maritimen Groß-Event beteiligten Partner die Nachricht unmittelbar vor THB-Redaktionschluss verbreitete. Weder aus der Senatspressestelle noch von der Messegesellschaft lag bis zu dem Zeitpunkt ein Statement zum „Aus“ der Hafenparty vor.
Das Landeskommando der Bundeswehr erklärte in seiner um 16.22 Uhr verbreiteten Erklärung unter anderem: „Nach der Absage des weltweit größten Hafenfestes durch die Freie und Hansestadt Hamburg bedauert die Bundeswehr in Hamburg, beim diesjährigen Hafengeburtstag Hamburg nicht in den Dialog mit der Bevölkerung treten zu können.“
Wie seit Jahr und Tag bringt sich die Bundeswehr auf vielfältige Art und Weise in das maritime Groß-Event ein. Dazu gehört unter anderem der Besuch von Einheiten der Deutschen Marine. Für den Mai war eine Visite des Patenschiffs der Hansestadt, die Fregatte „Hamburg“, fest eingeplant. Zudem nutzt die Bundeswehr das Event auch, um aktiv Nachwuchswerbung zu betreiben und auf ihr umfangreiches Engagement zugunsten der Zivilgesellschaft hinzuweisen. Kapitän zur See Giss betonte, dass, bei aller verständlichen Enttäuschung, „die Eindämmung des Coronavirus absolute Priorität für unsere Gesellschaft hat“. EHA
