Kein Hafenwettbewerb um jeden Preis

Arbeitsplatz Containerterminal: Europas Hafengewerkschaften setzen auf Solidarität, Foto: Arndt
Europas Hafen-Gewerkschafter wollen enger zusammenarbeiten und dabei auch die möglichen negativen Folgen der aktuellen massiven Kapazitätserweiterung gerade im Containersegment auf die Hafenbeschäftigten abwenden.
In Rotterdam kamen jetzt Gewerkschaftsvertreter aus Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien zusammen. „Die vertretenen Häfen haben sich sehr ähnlichen Her ausforderungen zu stellen“, stellte Torben Seebold, Bundesfachgruppenleiter Häfen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), am Rande des Treffens im größten europäischen Seehafen fest. „Die Gewerkschaften in der Nordrange blicken auf eine lange Tradition der Solidarität zurück, die bis zu den Kämpfen gegen die beiden EU-Hafen pakete (Port Package) zurückreicht.“ Man habe sich vor dem Hintergrund der weiteren Umwälzungen in der Hafenindustrie dazu entschlossen, die bereits bestehenden Kontakte zwischen den verschiedenen Länder-Gewerkschaften weiter zu vertiefen.
Gerade in Rotterdam spielt das Thema der Kapazitätsausweitung auf den Terminals eine große Rolle. Der Grund: die neuen Anlagen auf der Maasebene 2. Die niederländische Dienstleistungsgewerkschaft FNV befürchtet, dass es aufgrund der neuen Terminals in Rotterdam zu einem schleichenden Arbeitsplatzabbau auf den älteren Bestandsterminals kommt. Dabei kam es auch zu verschiedenen Arbeitsniederlegungen an den Terminals.
Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Diskussionen im Maashafen war der weltweit agierende Hafenbetreiber DP World. Er ist mit eigenen Anlagen inzwischen auch in den meisten großen Universalhäfen innerhalb der Nordrange vertreten. Die Gewerkschaften wiesen dar auf hin, dass eine Tarifvereinbarung bei DPW Rotterdam erst nach einer Streikaktion erzielt werden konnte. Gleichzeitig setzten sich die Schwierigkeiten nun beim Abschluss eines Tarifvertrags bei DPW London fort. Die unterschiedlichen Gewerkschaften sicherten sich in dieser Auseinandersetzung ihre gegenseitige Unterstützung zu. „Wir legen sehr großen Wert auf einen Vertragsabschluss, der zu einer Anhebung der für Dockarbeiter geltenden Standards führt und die Arbeitgeber davon abhält, die für unsere Gewerkschaftsmitglieder geltenden Arbeitsbedingungen zu drücken“, erklärte Seebold weiter. EHA
