Kuba setzt auf neuen Hafen Mariel

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch hat sich in Kuba auch über den neuen Hafen Mariel informiert.

Bei einem Besuch vor Ort mit Jens Meier, Chef der Hamburg Port Authority (HPA), und Dr. Ing Felix Kasiske, Geschäftsführer der HHLA-Beratungsfirma HPC Hamburg Port Consulting, berichtete Projektleiterin Ana Teresa Igarza Martínez Teilnehmern der Delegation aus Hamburg (THB 1. Dezember 2015) über die Entwicklung des Standorts. Dort sind im vergangenen Jahr 211.000 TEU umgeschlagen worden. Bis Ende 2015 sollen es 315.000 Einheiten sein. Die Gesamtumschlag-Kapazität beträgt derzeit 824.000 TEU. Dieses Volumen könnte nach Angaben von Experten schnell erreicht werden, wenn das Embargo gegen Kuba fällt und der erweiterte Panamakanal eröffnet wird. Pro Jahr passieren etwa 14.000 Schiffe den Kanal, etwa sechs Prozent des Welthandels. Um künftig auch Frachter mit bis zu 14.000 Containern schleusen zu können, wird die Wasserstraße derzeit ausgebaut. Das 5,25 Milliarden US-Dollar teure Projekt soll Ende kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Mariel ist das wichtigste Reformprojekt der kubanischen Wirtschaftspolitik. Das Vorhaben war im September 2013 noch vor der Annäherung mit den USA gestartet worden. Die neue Industrie- und Logistikzone ist 465 Quadratkilometer groß. Mehr als 300 Ansiedlungsprojekte sind möglich. Dafür können sich Unternehmen aus aller Welt bewerben, so die kubanische Handelskammer. Mariel soll ein zentraler Umschlagplatz zwischen Nord- und Südamerika, zwischen Atlantik und Pazifik werden, nicht weit vom Panamakanal und dem geplanten Nicaraguakanal entfernt.

Bislang läuft die Oetker-Reederei Hamburg Süd Kuba regelmäßig im Containerliniendienst an. Mit einem Umschlag von 12.000 TEU pro Jahr hat das Unternehmen auf der Insel einen Marktanteil von 13 Prozent.

Am Donnerstag führt die Horch-Delegation weitere Gesprächen in Miami (USA). In Florida stehen Besuche der Carnival Gruppe, von Royal Caribbean und Norwegian Cruise Lines an. FBi

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