Manipulationen rund um Westerweiterung

Mehr Bewegungsfreiheit und mehr Umschlagfläche – das soll die Westerweiterung bringen, Fotos: Arndt

Buss-Mitarbeiter protestierten: „Wir verlieren unseren Job.“
Die seit rund acht Jahren als Projekt auf dem Tisch liegende Westerweiterung zugunsten der Eurogate-Gruppe im Waltershofer Hafen ist offenkundig auch durch intransparente Manipulationen eines Mitarbeiters bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt verzögert worden.
Entsprechende Medienberichtete sorgten zum Wochenausklang für Aufsehen in der Hafenwirtschaft. Der inzwischen versetzte Mitarbeiter soll demnach verantwortlich mit der Bearbeitung eines wichtigen Lärmgutachtens befasst gewesen sein. Die Pikanterie: Der gleiche Mitarbeiter gehörte zu einem Interessenkreis, der gegen das Ausbauprojekt klagte. Die Manipulationen schließen unter anderem Aktionen wie das Nichtbeantworten von Stellungnahmen und Fristverstreichungen mit ein. Die betroffene Eurogate-Gruppe soll inzwischen nach dem Bekanntwerden dieser Unregelmäßigkeiten die Möglichkeit von Schadensersatzforderungen in Erwägung ziehen. Das jedenfalls will der Norddeutsche Rundfunk erfahren haben, der sich dabei auf ein entsprechendes Schreiben beruft.
Die Westerweiterung ist nicht nur für die Eurogate-Gruppe und ihren Container Terminal Hamburg (CTH) von großer Bedeutung. Weil mit dieser Maßnahme auch eine Neugestaltung des Einfahrtsbereichs in den Waltershofer Hafen verknüpft ist, benötigt auch die angrenzende HHLA mit ihrem Container Terminal Burchardkai (CTB) die Umsetzung. Denn durch eine Arrondierung im Bereich des Bubendey-Ufers – hier wurde inzwischen durch die Stadt Hamburg ein ehehmaliges Tanklager geräumt und die Fläche aufwändig aufbereitet – entsteht ein größerer Wendekreis. Dieser ist für die XXL-Containerschiffe, die CTB und CTH ansteuern, von großer Bedeutung. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) hatte noch am Donnerstag vergangener Woche bei der Vorstellung einer neuen Hafenumschlag-Prognose (THB 26. Juni 2015) betont, dass die Westerweiterung für den Hafenstandort von größter Wichtigkeit sei. Indes kritisierte Michael Kruse, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, den Senat: Das Ergebnis der Studie zeige ihm, dass „die Fahrrinnenanpassung dringender denn je gebraucht wird. Kommt sie nicht, steigt der Hamburger Hafen in die Zweite Liga ab.“ Die aktuelle Diskussion um die Weiterentwicklung des Hafens nimmt auch die Terminal- und Logistik-Gruppe Buss zum Anlass für eine Klarstellung. Sie widerspricht den Ausagen von Mitarbeitern auf einer Veranstaltung anlässlich der geplanten Olympia-Bewerbung Hamburgs, wonach diese zum Jahresende 2016 ihren Job verlieren. „Wir haben keinen Mitarbeiter entlassen“, sagte Heinrich Ahlers, CEO bei Buss Port Logistics.
Man verhandle weiter mit dem Senat und der HPA um Ersatzflächen. EHA
